Antriebstechnik bringt Firma nach vorn

Die Auer Aweba Werkzeugbau GmbH hat die Wirtschaftskrise überstanden. Mehr noch: Die Firma stellt jetzt sogar neue Mitarbeiter ein.
<font size="2">VON KATJA LIPPMANN-WAGNER</font>
<font size="2">AUE </font><font size="2">- Ungern erinnert sich Udo Binder an die Zeit der großen Wirtschaftskrise. "Wenn ich vor zwei Jahren durch die Hallen gegangen</font> <font size="2">bin, hat mich das traurig gemacht. Die großen Maschinen standen still - das schmerzte", sagt der Geschäftsführer der Auer Aweba</font> <font size="2">Werkzeugbau GmbH.</font>
<font size="2"><br> Doch er hat in dieser schweren Zeit offenbar alles richtig gemacht und die Firma sicher durch das Tal geführt. Den Lohn erntet Binder</font> <font size="2">nun: Denn das Unternehmen hat die Durststrecke längst überwunden. Allerdings weiß der Geschäftsführer, dass er es nur durch die</font> <font size="2">Unterstützung der Politik schaffte. "Die Kurzarbeit hat uns gerettet. So konnten wir auf Kündigungen verzichten, die Leute halten."</font> <font size="2">Außerdem habe das arbeitsmarktpolitische Instrument die Möglichkeit geschaffen, die Produktion - als entsprechende Aufträge</font> <font size="2">eingingen - schnell wieder hoch zu fahren. Mittlerweile laufen die Geschäfte so gut, dass das Unternehmen im Juni und Juli 15 neue</font> <font size="2">Werkzeugmacher einstellen konnte.</font>
<font size="2"><br> Derzeit verfügt die Auer Firma über 420 Mitarbeiter, die im Drei-Schicht-System an 150 Maschinenarbeiten. Nach eigenen Angaben ist</font> <font size="2">man damit der größte Werkzeugbauer Deutschlands, der selbstständig agiert und nicht zu einem Konzern gehört. Der Erfolg ruht auf</font> <font size="2">insgesamt drei Säulen: Umformwerkzeuge, Schneidwerkzeuge sowie Druckgussformen.</font>
<font size="2"><br> Letztgenannter Bereich habe vor allem seit der Wende an Bedeutung gewonnen. "1989 haben Druckgusserzeugnisse einen Umsatz von</font> <font size="2">500.000 Mark gebracht. Heute liegen wir bei zehn Millionen Euro im Jahr", sagt Jürgen Brocke stolz, der für Marketing und Vertrieb</font> <font size="2">im Bereich Druckguss verantwortlich zeichnet.</font>
<font size="2"><br> Auf allen drei Produktionsschienen habe man sich für verschiedene Kunden geöffnet. "1990 befanden wir uns in der Abhängigkeit eines</font> <font size="2">Großkunden, heute macht unser größter Abnehmer einen Umsatz von etwa 15 Prozent aus", erklärt Binder. Zu den namhaftesten</font> <font size="2">gehören Siemens, BMW, Daimler, Volkswagen und Honda. Brocke sagt aber: "In der Regel haben wir an jedem Auto irgendwie unsere</font> <font size="2">Hand dran." Die Produktpalette reicht von Gehäusen für Lastergetriebe über Ventilplatten, Generatoren- und Motorenbleche bis zu</font> <font size="2">Kupplungs-Teilen. Außerdem hat das Unternehmen eine eigene Härterei und arbeitet mit der Bergakademie Freiberg im</font> <font size="2">Forschungssektor zusammen.</font>
<font size="2"><br> Die Geschichte der Aweba beginnt 1882 als Bernhard Hiltmann Spezialfabrik für Schnitt- und Stanzwerkzeuge. 1951 folgte die</font> <font size="2">Verstaatlichung zum VEB Aweba Werkzeugbau Aue. 1980 bezog der volkseigene Betrieb neue Firmengebäude am Stadtrand. Nach der</font> <font size="2">politischen Wende wurde eine GmbH gegründet, und kurze Zeit später ging die Reprivatisierung vonstatten. Vor elf Jahren entstanden</font> <font size="2">drei neue Fertigungshallen, 2010 gründete man die Auer Teilefertigung (ATF) GmbH. "Was uns von anderen Werkzeugbauern</font> <font size="2">unterscheidet, ist die Spezialisierung", erklärt Binder. "Viele sind etwas strategielos unterwegs. Wir haben für uns den Bereich</font> <font size="2">Antriebstechnik gefunden. Mobilität und Elektrizität wachsen derzeit zusammen, was für uns ein Vorteil ist."</font>
<font size="2"><br> Obwohl das erzgebirgische Unternehmen weltweit aktiv ist, hat es keine internationalen Vertriebsbüros. Vielmehr seien</font> <font size="2">Vertriebsingenieure für die Aweba GmbH unterwegs. Außerdem öffne die jahrelange Zusammenarbeit mit Kunden Türen zu weiteren</font> <font size="2">Unternehmen. "Wir starten gerade einen Versuch in Indien, wollen dort ein Vertriebsbüro aufbauen", sagt Binder, der zuversichtlich in</font> <font size="2">die Zukunft schaut.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Auer Zeitung, 28.07.2011</font>