Im Dauereinsatz für die Montanregion

69 Botschafter des Erzgebirges werben inzwischen für die Region. Zu den "Jüngsten" gehört Helmuth Albrecht von der TU Bergakademie Freiberg.
<font size="2">VON GABRIELE FLEISCHER</font>
<font size="2">FREIBERG </font><font size="2">- Eigentlich ist Helmuth Albrecht schon seit zehn Jahren Botschafter des Erzgebirges. So lange kämpft er um die Montanregion</font> <font size="2">Erzgebirge und ihre Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste. Jetzt ist er auch offiziell auf der Botschafterliste aufgenommen. Zudem wurde er</font> <font size="2">gestern zum Mitglied des sächsischen Kultursenats ernannt.</font>
<font size="2"><br> Für ihn ein Beweis, dass sich sein Engagement lohnt. Der 1955 im niedersächsischen Celle geborene Albrecht kam 1997 nach Freiberg und</font> <font size="2">übernahm den Lehrstuhl für Technikgeschichte und Industriearchäologie an der TU Bergakademie Freiberg. 2004 gab es dort den ersten</font> <font size="2">deutschen Studiengang für Industriearchäologie. Derzeit betreut er etwa 50 Studenten. Angesichts der an Industriedenkmalen reichen Landschaft</font> <font size="2">ein wichtiger Schritt, um die Industriearchäologen mit dem Wissen über technische Prozesse zu unterstützen, findet Albrecht.</font>
<font size="2"><br> "Mir ist die reiche Industriekultur Sachsens ans Herz gewachsen", sagt Albrecht. Die zu bewahren hat er sich zur Lebensaufgabe gemacht. Jetzt</font> <font size="2">drängt die Zeit, denn im Frühjahr 2012 muss der Antrag für die Unesco fertig sein, damit die Entscheidung 2014 fallen kann. 31 Orte und</font> <font size="2">verschiedene Initiativgruppen unterstützen Albrecht bei seinem Vorhaben. Nach Mittelsachsen und dem Erzgebirge will möglicherweise als dritter</font> <font size="2">Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit in den Welterbekonvent Erzgebirge, der sich heute zur nächsten Konferenz trifft. Dann wird es</font> <font size="2">um Antragsunterlagen und den Aufbau von Arbeitsgruppen gehen. Noch aber sind einige Hürden zu überwinden und Kritiker zu überzeugen. Der</font> <font size="2">Mitinitiator der Bewerbungsidee findet nämlich nicht nur Verbündete. Noch müsse die Umsetzungsstudie für Freiberg den Stadträten zur</font> <font size="2">Abstimmung vorgelegt werden.</font>
<font size="2"><br> Auch bei der Aufnahme der Reichen Zeche gäbe es noch "Klärungsbedarf" seitens der Stadt und der Universitätsleitung. Zudem fehle in Freiberg</font> <font size="2">eine Denkmalschutzsatzung wie es sie in anderen Städten gibt. Ohne die aber erkenne die Unesco nicht die gesamte Altstadt, sondern nur</font> <font size="2">Einzeldenkmale an. "Das wäre bedauerlich für einen solchen geschichtsträchtigen Ort wie Freiberg", betont Albrecht. Ein Denkmalstatus bedeute</font> <font size="2">ja nicht, sich modernem Bauen zu verschließen. Schließlich würde der Titelgewinn auch Freiberg noch mehr Zuspruch bringen.</font>
<font size="2"><br> Wenn Albrecht mal nicht als Botschafter für die Montanregion unterwegs ist, widmet er sich seinen Studenten, mit denen er auch an mancher</font> <font size="2">Ausgrabung und Ausstellung beteiligt ist. So werden für das bevorstehende 250. Gründungsjubiläum der Bergakademie Ausstellungskonzepte</font> <font size="2">vorbereitet. Bis dahin will Albrecht auch ein Buch über die Geschichte der Bergakademie geschrieben haben.</font>
<font size="2"><br> Und Albrecht kämpft darum, dass sich die nächste Landesausstellung dem Thema Industriekultur widmet und in der Region organisiert wird.</font> <font size="2">Dabei denkt der 56-Jährige nicht nur an die Montangeschichte, sondern auch daran, dass in der Region um Chemnitz die Wiege von Textil- und</font> <font size="2">Automobilindustrie sowie Maschinenbau stand. Wichtig ist dem Professor zudem, verschiedene Wissenschaftsbereiche zusammenzubringen. So</font> <font size="2">könnte er sich vorstellen, mit den Wirtschaftswissenschaftlern die Entwicklung der Halbleiterindustrie Sachsens zu erforschen. Zeit für seine Frau</font> <font size="2">und den zwölfjährigen Labrador-Mischlingshund findet er auch, bei allem Einsatz für das Erzgebirge.</font>
<font size="2"><br> <strong>Die nächste Konferenz</strong> zum Unesco-Welterbeprojekt "Montanregion Erzgebirge" findet <strong>heute, 14 bis 17 Uhr</strong>, im technologieorientierten</font> <font size="2">Gründer- und Dienstleistungszentrum Annaberg statt.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Freiberger Zeitung, 15.11.2011</font>