Kaffeepott zum zehnten Geburtstag

Freiberger Porzellan GmbH ist vor einem Jahrzehnt wieder in Freiberg angekommen – Neue Serie für den Kühlschrank
Von Peter Hertel
Freiberg. Mit einem extra leichten Kaffeepott und einer Serie Kühlschrankgeschirr hat sich die Freiberger Porzellan GmbH zum zehnjährigen Bestehen gleich selbst ein Geburtstagsgeschenk gemacht. Nach der Firmeninsolvenz als Folge der politischen Wende und der Fortführung der Porzellanherstellung unter dem Namen Zandi Form & Dekor ist die traditionsreiche Porzellanherstellung nach Gründung einer GmbH vor zehn Jahren wieder in Freiberg angekommen.
Mit Investitionen von rund einer Viertelmillion Euro konnte im vergangenen Jahrzehnt die Technik im Betriebsgebäude an der Zuger Straße so aufgerüstet werden, dass nunmehr alle Prozesse komplett im eigenen Betrieb durchgeführt werden. Die durchschnittlich 18 Mitarbeiter, die um die Weihnachtszeit mit Hilfskräften verstärkt werden, erwirtschaften gegenwärtig einen jährlichen Umsatz von rund einer halben Million Euro - "Tendenz steigend", sagt die Geschäftsführerin. Im Betrieb wird derzeit zudem ein Lehrling für den Modell- und Formbau ausgebildet.
"Wir haben uns den Markt vor allem mit bezahlbarem und geschmackvollem Gebrauchsporzellan in guter Qualität zurückerobert", freut sich Cornelia Mitzlaff. Als besonderen Vorteil sieht sie die Fertigung auch kleiner Stückzahlen und damit die Möglichkeit, auf die Wünsche der Kunden einzugehen.
Zur Entwicklung der Designs sind mehrere junge Künstler für das Freiberger Porzellan tätig. Dazu gehören die Formdesigner Katharina Mellinghoff aus Stuttgart und Dietmar Menzer aus Freiberg sowie Dekordesignerin Susanne Langfritz aus Chemnitz.
Zu den Neuentwicklungen gehört eine Serie, die als Kühlschrankporzellan verwendet werden kann. "Die weißen flachen Schalen, die für Käse und Wurst geeignet sind, kann man direkt auf den Tisch stellen", erläutert Cornelia Mitzlaff. "Mehrere Schalen sind übereinander stapelbar, und die noch in Entwicklung befindliche Butterdose passt ins Butterfach des Kühlschranks", schildert die Chefin.
Porzellan habe gegenüber den Kühlschrankdosen aus Plastik den Vorteil, dass es keine Gerüche annimmt und keine eventuell schädlichen Substanzen an die Lebensmittel abgibt. Nicht nur Haushalts- und Hotelgeschirr verlässen den Betrieb, sondern auch Geschenkartikel sowie Accessoires für die Wohnung. Dazu gehört eine Blende - eine historische Grubenlampe aus dem Bergbau. Mit einer kleinen Öllampe bestückt, die ebenfalls aus Porzellan ist, verbreitet sie ein anheimelndes Licht.
 
 
Quelle: Freie Presse, Ausgabe Freiberger Zeitung, 10.09.2010