Modellbau-Spezialist punktet mit Unikaten

Der Crottendorfer Mirko Herrmann hat aus seinem Hobby ein Unternehmen entwickelt. Die gute Nachfrage erlaubte den Ausbau eines neuen Domizils.
<font size="2">VON ANNETT HONSCHA</font>
<font size="2">CROTTENDORF </font><font size="2">- Der Modellbau hat es Mirko Herrmann schon lange angetan. Schon seit der Schulzeit, als er das Hobby zum ersten</font> <font size="2">Mal ausprobierte - mit den einfachen Mitteln, die es damals zu DDR-Zeiten gab, wie er sagt. Mittlerweile ist aus dieser Leidenschaft ein</font> <font size="2">Unternehmen entstanden, das elf Mitarbeiter beschäftigt. Und das nun auch endlich genug Platz hat. Denn die Firma hat ein neues</font> <font size="2">Gebäude mit zirka 900 Quadratmetern Fläche an der Neudorfer Straße in Crottendorf erworben und bezogen. In diesen Standort sollen</font> <font size="2">laut dem Geschäftsführer rund 350.000 Euro investiert werden - viele Arbeiten sind schon geschafft.</font>
<font size="2"><br> Werkstatt zum Zuschauen</font>
<font size="2"><br> Die Firma MHM Modellbau verfügt jetzt beispielsweise über einen 450 Quadratmeter großen Laden inklusive einer Werkstatt, in der</font> <font size="2">Besucher den Tüftlern auch über die Schultern schauen können. Derzeit wird dort gerade an einem Unikat gearbeitet, das später einmal</font> <font size="2">in Italien in die Luft gehen soll. Dafür wurde zunächst ein spezieller Bausatz für den Modellhubschrauber zusammengestellt, "zudem</font> <font size="2">konstruieren wir Teile selbst", erklärt Mirko Herrmann. Das ist auch bei dem orangefarbenen Einzelstück mit der Aufschrift "Luftrettung"</font> <font size="2">geschehen. Das Flugobjekt bringt es auf fast zwei Meter Länge und wiegt 13 Kilogramm. "Es ist ein wirkliches Liebhaberstück",</font> <font size="2">berichtet der 44-Jährige. Der künftige Besitzer sei durch das Internet auf das Crottendorfer Unternehmen aufmerksam geworden, was</font> <font size="2">auf viele Kunden aus verschiedenen Ländern zutrifft. Allerdings ist es für die Erzgebirger noch immer etwas esonderes, derart</font> <font size="2">ausgefeilte Einzelstücke zu fertigen. Solche würden durchaus 10.000 bis 15.000 Euro kosten.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Internethandel wichtigste Säule</font>
<font size="2"><br> Dass sich MHM Modellbau von einem Ein-Mann-Betrieb zu der jetzigen Firma entwickelt hat, wäre ohne das Internet nicht möglich</font> <font size="2">gewesen. Da ist sich Mirko Herrmann sicher. Denn der Online-Handel mit Modellen wie Hubschraubern, Schiffen und Flugzeugen</font> <font size="2">verschiedener Hersteller macht rund 60 Prozent vom Gesamtumsatz aus. "Wir haben zirka 60.000 Artikel gelistet", sagt der</font> <font size="2">Geschäftsführer. An guten Tagen verlassen bis zu 150 Pakete das Firmengebäude.</font>
<font size="2"><br> Mirko Herrmann hatte nach eigenem Bekunden das Glück, sich langsam als selbstständiger Unternehmer etablieren zu können. Denn</font> <font size="2">angefangen hat alles nach der Wende, als er noch als Werkzeugmacher angestellt war. "Damals habe ich nebenberuflich Motoren, die</font> <font size="2">eigentlich für Kettensägen und Rasentrimmer bestimmt waren, für Flugzeugmodelle umgebaut." Mit dem Verkauf finanzierte er sein</font> <font size="2">Hobby, doch dann wurde mehr daraus. Der Internethandel begann.</font>
<font size="2"><br> 2007 konnten die ersten beiden Mitarbeiter eingestellt werden, zudem reichte der Platz in der unteren Etage des eigenen Wohnhauses</font> <font size="2">von Mirko und Jeannette Herrmann nicht mehr aus. Zu den 65 Quadratmetern wurden weitere 110 im Nachbargebäude angemietet. In</font> <font size="2">den darauffolgenden Jahren wuchsen die Fläche und die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich weiter. Zusätzlich zum festen Team</font> <font size="2">arbeitet MHM Modellbau mit zwei freiberuflichen Programmierern zusammen. "In die Entwicklung unserer eigenen Software für die</font> <font size="2">Internetseite haben wir bisher rund 100.000 Euro investiert", erzählt der Crottendorfer. Neben ihm hat im Übrigen auch seine Frau ihre</font> <font size="2">Tätigkeit als Erzieherin aufgegeben und arbeitet im Unternehmen mit.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Training an Simulator empfohlen</font>
<font size="2"><br> Wer Flugmodelle besitzt, will sie meist auch fliegen lassen. Doch das ist gerade bei größeren Exemplaren keine einfache Angelegenheit.</font> <font size="2">"Es braucht teils jahrelange Übung", erklärt der Fachmann. Damit Hubschrauber und Co nicht gleich abstürzen, sollte zunächst an</font> <font size="2">einem Simulator trainiert werden. "Es dauert meist schon mehrere Stunden, bis jemand dabei in der Lage ist, einen Hubschrauber nur</font> <font size="2">schwebend in der Luft zu halten." Wer die guten Stücke dann in freier Natur starten lassen will, muss ohnehin einiges beachten. Ab fünf</font> <font size="2">Kilogramm Gewicht dürfe das nur auf einem zugelassenen Fluggelände geschehen, ab 25 Kilogramm brauche man eine Zulassung fürs</font> <font size="2">Fliegen.</font>
<font size="2"><br> <strong>Bei MHM Modellbau</strong> wird für Samstag, den 19. November, von 9 bis 18 Uhr zu einem <strong>Tag der offenen Tür </strong>ins neue Firmengebäude</font> <font size="2">eingeladen. Die Adresse lautet Neudorfer Straße 281 F in Crottendorf. Dort war einst das Möbelhaus Illing ansässig. Parkplätze werden</font> <font size="2">ausgeschildert.<br> <br> <br> Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 14.11.2011</font>