Neue Technik in großer Backstube zieht 1000 Gäste an

Das Unternehmen Annaberger Backwaren hat 800.000 Euro in moderne Öfen investiert. Bei einer Nacht der offenen Tür konnten auch Besucher die Anlagen anschauen.
<font size="2">VON KATJA LIPPMANN-WAGNER</font>
<font size="2">ANNABERG-BUCHHOLZ</font><font size="2"> - Mehr als 1000 Gäste haben die Gelegenheit genutzt, sich zu ungewöhnlicher</font> <font size="2">Zeit in den Räumen eines Kreisstädter Traditionsbetriebes umzuschauen. Sie besuchten am Freitag</font> <font size="2">zwischen 18 und 24 Uhr die Annaberger Backwaren im Ortsteil Geyersdorf. Ehe sie den Beschäftigten bei</font> <font size="2">der Arbeit zusehen durften, hieß es jedoch zunächst Hände waschen und desinfizieren. Dann konnten sich</font> <font size="2">die Besucher - ausgestattet mit Schürze und Kopfbedeckung - ein Bild von den Produktionsabläufen</font> <font size="2">machen.</font>
<font size="2"><br> Bäcker Michael Kreher war einer von fünf Mitarbeitern, der die Interessierten durch die Einrichtung führte.</font> <font size="2">Bereits seit 1986 arbeitet er in der Großbäckerei, hat damals als Auszubildender angefangen. 1992 erlebte</font> <font size="2">er die Privatisierung des Betriebs mit. Heute zählt die Annaberger Backwaren GmbH fast 180 Mitarbeiter,</font> <font size="2">darunter 40 in der Produktion. Michael Kreher führte die Gäste dort zum Beispiel zur Teigstation. "Das ist</font> <font size="2">das Herzstück jeder Bäckerei", sagte er. Insgesamt gebe es vier Getreidesilos mit einem Fassungsvermögen</font> <font size="2">von jeweils 16 Tonnen. Das Mehl werde durch ein Rohrsystem in die Abnahmesilos transportiert. Mit</font> <font size="2">Wasser, Hefen und Bakterien entsteht daraus später unter anderem Sauerteig.</font>
<font size="2"><br> Ein besonderer Hingucker bei der Nacht der offenen Tür waren zudem die neuen Steinplattenöfen des</font> <font size="2">Unternehmens. Die moderne Technik erleichtere die Arbeit enorm. Doch nicht nur das, erklärte</font> <font size="2">Geschäftsführerin Martina Hübner. Entscheidend sei, dass der Großbäckerei damit die Möglichkeiten eines</font> <font size="2">kleinen Handwerksbetriebes eröffnet würden. "Diese beiden Öfen ersetzen alte Netzband-Durchlauföfen",</font> <font size="2">erklärte die Geschäftsführerin. Solche ließen zwar eine hohe Stückzahl zu, "doch wir waren damit nicht in</font> <font size="2">der Lage, auf Produktvielfalt zu setzen". Da in der heutigen Zeit aber ein breites Sortiment gefragt sei, war</font> <font size="2">die Investition aus ihrer Sicht unbedingt nötig. Drei Jahre dauerten die Vorbereitungen. "Wir haben uns</font> <font size="2">ausführlich informiert und sind jetzt froh, dass wir die neuen Öfen haben." Insgesamt wurden dafür rund</font> <font size="2">800.000 Euro investiert.</font>
<font size="2"><br> Zu den Besonderheiten der Steinplattengeräte gehört, dass Öl als Wärmeträger verwendet wird. "Das ist</font> <font size="2">besser als Luft, weil die Temperatur gleichmäßiger gehalten werden kann", so Hübner. Außerdem seien die</font> <font size="2">Anlagen sehr energieeffizient. Des Weiteren besitzen sie sechs Herde auf sechs Etagen, die unterschiedlich</font> <font size="2">bestückt werden können. Ein Ofen habe eine Backfläche von rund 54 Quadratmetern. Die Mitarbeiter</font> <font size="2">mussten im Umgang mit der neuen Technik natürlich erst einmal geschult werden. Anfängliche</font> <font size="2">Kinderkrankheiten habe man schnell überwunden, hieß es.</font>
<font size="2"><br> Derzeit werden im Betrieb auch fünf junge Leute ausgebildet: drei Verkäuferinnen, ein Bäcker und ein</font> <font size="2">Konditor. "Wir hatten schon wesentlich mehr Lehrlinge, doch es wird immer schwieriger, engagierte junge</font> <font size="2">Leute zu finden", sagte die Geschäftsführerin.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 30.05.2011</font>