Nun geht's von Raschau aus auf die Skisprungschanzen der Welt

Die Zeit der Provisorien und des Ausweichens in angemietete Objekte ist vorbei: Die Peter Riedel GmbH hat die erste eigene Halle für die Produktion innovativer Anlaufspuren in Betrieb genommen.
<font size="2">VON FRANK NESTLER</font>
<font size="2">RASCHAU </font><font size="2">- Mit Skeptikern und Kritikern hatte Peter Riedel in seinem(Berufs-)Leben schon öfter zu tun.</font> <font size="2">Jetzt hat er sie wieder einmal eines Besseren belehrt: Die GmbH, die seinen Namen trägt und von ihm</font> <font size="2">erfundene Anlaufsysteme für Skisprungschanzen fertigt, ist ab sofort in einer eigenen Produktions- und</font> <font size="2">Logistikhalle zu finden. Dieser zirka 400 Quadratmeter große Neubau steht unweit der B 101 in Raschau.</font>
<font size="2"><br> "Eine verkehrsgünstige Lage war mir bei der Standortentscheidung wichtig", erklärt der diplomierte</font> <font size="2">Ingenieur, der in Tellerhäuser wohnt. Bisher mietete er sich für die Vormontagen seines Ski-Line genannten</font> <font size="2">Produkts in leere Produktionshallen der Region ein. Das ist vorbei. Nun nehmen die Module samt Zubehör</font> <font size="2">von Raschau aus ihren Weg in die Welt. Am Standort hat Riedel zirka 500.000 Euro investiert. "Wir fanden</font> <font size="2">hier schnell ein geeignetes Grundstück und wurden durch die Gemeinde gut unterstützt", sagt er. "Jetzt</font> <font size="2">sind wir - da beziehe ich die derzeit fünf Mitarbeiter ein - Herr im eigenen Haus. Nächstes Jahr wird in der</font> <font size="2">Halle noch ein separater Bereich für die Verwaltung eingebaut."</font>
<font size="2"><br> Großschanzen wie in Trondheim (Norwegen) und Garmisch-Partenkirchen, aber auch kleinere Anlagen wie</font> <font size="2">in Winterberg, Chaux Neuve (Frankreich) und Hinzenbach (Österreich) sind schon mit Riedels innovativen</font> <font size="2">Systemen ausgerüstet. Nach den ersten praktischen Tests im eigenen Garten in Tellerhäuser und auf einer</font> <font size="2">Nachwuchsschanze in Pöhla macht die perfektionierte Ski-Line, eine weitgehend temperaturunabhängige,</font> <font size="2">kombinierte Sommer- und Winterspur, seit 2007 immer mehr von sich reden. "Die Zusammenarbeit mit der</font> <font size="2">Spezialfirma Rehau trägt dabei wirklich Früchte", betont der Erfinder. Der Partner in Rehau, die Produktion</font> <font size="2">in Raschau - diese Namensähnlichkeit ist nur ein Zufall, allerdings ein schöner.</font>
<font size="2"><br> Derzeit realisiert die Peter Riedel GmbH einen Großauftrag aus Russland, "ein absoluter Wachstumsmarkt",</font> <font size="2">wie der Firmeninhaber betont. "Erst recht, nachdem die Olympischen Winterspiele 2014 an Sotschi</font> <font size="2">vergeben worden sind." So verwunderte es bei der Halleneinweihung nicht, dass unter den vielen Gästen</font> <font size="2">sehr weit gereiste waren: aus Perm am Ural. In Tschaikowski in der Region Perm werden fünf Schanzen mit</font> <font size="2">der Ski-Line ausgerüstet. Die weitere Auftragslage ist laut Riedel gut, wozu seine Reisen an die Schanzen</font> <font size="2">der Welt, seine unzähligen Kontakte und die guten Referenzen bisher realisierter Projekte beitragen.</font>
<font size="2"><br> Die nächste Weiterentwicklung und Ergänzung ist bereits serienreif: Der Einbau von Messtechnik in die</font> <font size="2">Anlaufspur, etwa zehn bis 15 Meter vor der Absprungkante, ermöglicht exakte sportwissenschaftliche</font> <font size="2">Aussagen, etwa zu Geschwindigkeiten und Kräften. "Solche Daten werden auch Fernsehübertragungen noch</font> <font size="2">interessanter machen", meint Riedel, der auch den ersten Bildband über Sprungschanzen initiiert hat.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 04.11.2011</font>