Randfichten gratulieren mit dem "Crottendorfer Raacherkerzellied"

Vor 75 Jahren hat Freya Graupner die Produktion der Duftkegel als Gewerbe angemeldet. Das wird am Wochenende gefeiert - mit einer Premiere.
<font size="2">VON ANNETT HONSCHA</font>
<font size="2">CROTTENDORF </font><font size="2">- Im Produktionsgebäude der Original Crottendorfer Räucherkerzen herrscht bei 30 Grad</font> <font size="2">Celsius Außentemperatur Hochbetrieb. Es wird bereits jetzt kräftig für das Weihnachtsgeschäft produziert -</font> <font size="2">denn der Advent ist laut Geschäftsführerin Marita Drollinger nach wie vor die wichtigste Zeit für das</font> <font size="2">Unternehmen. "Den Schwerpunkt bildet dabei der Verkauf im Erzgebirge", sagt sie. Aus Verbundenheit zur</font> <font size="2">Region soll auch das 75-jährige Firmenbestehen am Samstag mit einem großen Fest gefeiert werden. Dann</font> <font size="2">geben unter anderem die Randfichten ein Konzert und singen erstmals live ihr neues "Crottendorfer</font> <font size="2">Raacherkerzellied".</font>
<font size="2"><br> Angefangen habe alles in der Küche von Freya Graupner - der Urgroßmutter der heutigen Inhaberin. Dort </font><font size="2">wurden die schwarzen Kegel wie in anderen Familien in Heimarbeit hergestellt, 1936 sei die Erlaubnis für</font> <font size="2">ein Gewerbe beantragt worden. Lange Zeit waren die Erzeugnisse als "Oberarzgebärgsche Raacherkarzle"</font> <font size="2">bekannt, wie alte Verpackungen zeigen. Doch schon damals lief der Herstellungsprozess ähnlich ab - auch</font> <font size="2">wenn moderne Technik heute einiges erleichtert. Doch Handarbeit sei unerlässlich.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Duft-Richtungen variieren</font>
<font size="2"><br> Der Teig besteht aus Holzkohle, Kartoffelmehl als Bindemittel, Sandelholz, Rotbuchenmehl, Wasser und</font> <font size="2">weiteren Bestandteilen, damit die Räucherkerze später leicht entzündbar ist. Und natürlich kommt noch der</font> <font size="2">jeweilige Duftstoff hinzu - mittlerweile gebe es die Crottendorfer Produkte in etwa 60 verschiedenen</font> <font size="2">Varianten. Von Zeit zu Zeit werden neue ergänzt, andere wieder vom Markt genommen. "Im Erzgebirge ist</font> <font size="2">nach wie vor der Klassiker - der Weihrauch-Duft - der beliebteste", sagt die Geschäftsführerin. Urlauber</font> <font size="2">würden hingegen oft andere Kreationen bevorzugen - darunter solche wie Butterwaffel oder Kaminzauber.</font> <font size="2">Doch angefangen hat alles mit Weihrauch, wobei das Räuchern seinen Ursprung in der Gläubigkeit der</font> <font size="2">Menschen hatte, sagt Marita Drollinger.</font>
<font size="2"><br> Wichtiger Rohstoff aus Afrika</font>
<font size="2"><br> Das für den "Klassiker" notwendige Harz ist auch heute noch einer der wichtigsten Rohstoffe für den</font> <font size="2">Betrieb, es werde aus Afrika importiert und jährlich tonnenweise verbraucht. Los geht die Herstellung in</font> <font size="2">einer Teigknetmaschine, dann würden die Räucherkerzen maschinell ausgeformt. "Früher war das alles</font> <font size="2">Handarbeit, ich habe das bei meiner Urgroßmutter in der Küche noch miterlebt." Das Trocknen übernimmt</font> <font size="2">heute ein spezieller Ofen, doch danach werden die Kegel von Hand ausgelesen und verpackt. Im</font> <font size="2">Unternehmen sind inklusive der beiden Geschäftsführer Marita und Peter Drollinger 17 Mitarbeiter tätig. Seit</font> <font size="2">1995 wird im neuen Gebäude im Gewerbegebiet produziert. Dessen Errichtung sei ein Meilenstein gewesen,</font> <font size="2">sagt die Chefin, die die Firma seit 1990 leitet. Zu DDR-Zeiten war diese zwangsverstaatlicht worden.</font>
<font size="2"><br> Von Crottendorf aus werden die Produkte heute an Handelsketten sowie Groß- und Einzelhändler in ganz</font> <font size="2">Deutschland geliefert. "Es gibt aber auch Abnehmer in Österreich, der Schweiz, Frankreich und in</font> <font size="2">Singapur", sagt die Geschäftsführerin. Das seien vor allem einzelne Kunden, die die Erzeugnisse zum</font> <font size="2">Beispiel per Internet bestellen. "Das nutzen auch viele Erzgebirger, die nicht mehr hier leben", erzählt</font> <font size="2">Marita Drollinger.</font>
<font size="2"><br> Die Räucherkerzen haben aber noch einen anderen Effekt: Sie machen Crottendorf bekannt und ziehen</font> <font size="2">Touristen in den Ort. Denn nach Anmeldung besteht für Gruppen ab 10 Personen zum Beispiel die</font> <font size="2">Möglichkeit, einmal selbst die Duftkegel anzufertigen.</font>
<font size="2"><br> Für die Jubiläumsfeier am Samstag ab 15 Uhr im Gewerbegebiet wird ein Festzelt aufgebaut. Es treten</font> <font size="2">auf: die Milkauer Schalmeienkapelle, die Randfichten und die Gambler-Rockband. Zudem gibt es ein</font> <font size="2">Kinderprogramm und eine Tombola. Hauptpreis: ein zehn Gramm schwerer Goldbarren.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 25.08.2011</font>