Regierung unterstützt Welterbe-Bewerbung der Montanregion Erzgebirge

<font size="2">dpa</font>
<font size="2">Dresden. Sachsens Regierung steht zu einer Bewerbung des Erzgebirges</font> <font size="2">um den Titel als Unesco-Welterbe. Allerdings müsse an das Thema rational</font> <font size="2">herangegangen, Pro und Kontra diskutiert werden, sagte Innenminister</font> <font size="2">Markus Ulbig (CDU) bei einer Debatte am Donnerstag im Landtag in</font> <font size="2">Dresden. Mit der Tschechischen Republik, die eine Bewerbung mittragen</font> <font size="2">soll, gebe es Kontakte. Es sei aber nicht einfach, einen Termin für</font> <font size="2">Gespräche zu bekommen, sagte Ulbig. Der Arbeitsstand an den</font> <font size="2">tschechischen Projekten dürfe die Bewerbung nicht behindern. Das</font> <font size="2">Nachbarland könne auch später beitreten. Experten zufolge hat eine</font> <font size="2">Bewerbung ohne Tschechien kaum Erfolgschancen.</font>
<font size="2"><br> Vertreter von Grünen, SPD und Linken hatten den Minister zuvor zu einem</font> <font size="2">klaren Bekenntnis aufgefordert. Die tschechischen Gemeinden, die in das</font> <font size="2">Welterbe eingebunden werden sollen, leisteten eine gute Arbeit, sagte der</font> <font size="2">kulturpolitische Sprecher der Grünen, Karl-Heinz Gerstenberg. „Die</font> <font size="2">Regierung muss beschleunigen.“ Sie sei jetzt gefragt, die Tschechen</font> <font size="2">offiziell einzuladen. „Politik der ruhigen Hand ist zu wenig. Welterbe braucht</font> <font size="2">ein heißes Herz und kühlen Kopf.“</font>
<font size="2"><br> Die SPD-Kulturexpertin Eva-Maria Stange nannte die Haltung der Regierung teilweise widersprüchlich. Da</font> <font size="2">scheine das Trauma des verlorenen Unesco-Welterbetitels für das Dresdner Elbtal nachzuwirken, sagte sie. Es</font> <font size="2">sei an der Zeit zu zeigen, dass Sachsen gelernt habe. „Es ist schon mehr als fünf vor zwölf, um Sachsen aus</font> <font size="2">diesem Tal der Tränen herauszuführen.“</font>
<font size="2"><br> Der CDU-Kulturobmann Günther Schneider nahm hingegen die Regierung in Schutz. Diese habe das Vorhaben</font> <font size="2">zusammen mit den Kommunen und dem Förderverein auf den Weg gebracht. Das Thema dürfe nicht politisch</font> <font size="2">instrumentalisiert werden.</font>
<font size="2"><br> Der Chef der Welterbe-Projektgruppe, Helmuth Albrecht, hatte die Debatte als Zuschauer verfolgt. Die</font> <font size="2">Regierung hätte eher auf die Tschechen zugehen müssen, die Terminschwierigkeiten für Gespräche könne er</font> <font size="2">nicht verstehen, sagte Albrecht im Anschluss. „Die Zeit ist schon knapp geworden.“ Erfreulich sei, dass alle</font> <font size="2">Fraktionen und die Regierung das Projekt unterstützten.</font>
<font size="2"><br> Schon vor der Landtagsdebatte hatte die Oberbürgermeisterin von Annaberg-Buchholz, Barbara Klepsch</font> <font size="2">(CDU), das Vorhaben als Chance für die Zukunft des gesamten Erzgebirges bezeichnet. „Noch besser als</font> <font size="2">bisher können wir weltweit auf unsere Schätze aufmerksam machen, die mit dem Bergbau in Verbindung</font> <font size="2">stehen.“</font>
<font size="2"><br> An dem Projekt Unesco-Welterbe Montanregion Erzgebirge sind 38 sächsische Kommunen und zwei</font> <font size="2">Landkreise beteiligt. Auf tschechischer Seite sind es 17 Kommunen.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Quelle:&nbsp;LVZ-Online, 15.09.2011</font>