SERIE: BOTSCHAFTER DES ERZGEBIRGES- Einsatz für Weihnachtsland und erzgebirgischen Stollen

Thomas Rolle ist zum Botschafter des Erzgebirges ernannt worden. In dieser Funktion soll er künftig kräftig die Werbetrommel für die Region rühren und diese als Wirtschaftsstandort, aber auch als Urlaubsgebiet bekannter machen.
<font size="2">VON MIKE BALDAUF</font>
<font size="2">WALDKIRCHEN </font><font size="2">- Als Chef der Rolle-Mühle in Waldkirchen kommt Thomas Rolle mit vielen Geschäftsleuten</font> <font size="2">in Kontakt. Zumal er auch in verschiedenen Gremien wie dem Mitteldeutschen Müllerbund, dem</font> <font size="2">Sächsischen Mühlenverein und der Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung in Detmold (Nordrhein-</font><font size="2">Westfalen) mitwirkt. "Als Botschafter des Erzgebirges habe ich die Legitimation, nicht nur für den eigenen</font> <font size="2">Betrieb zu sprechen", freut sich Rolle auf die neue Aufgabe.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">"Unter anderem haben wir in der Region die höchste Dichte an technischen Denkmalen."</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Thomas Rolle Geschäftsführer</font>
<font size="2"><br> Die sich ihm bietende Plattform möchte er nutzen, um auf Dinge in der Region aufmerksam zu machen, die</font> <font size="2">in anderen Landesteilen noch relativ unbekannt sind. "Das Erzgebirge wird bislang als Weihnachtsland</font> <font size="2">wahrgenommen. Das ist zunächst einmal positiv und eine erfreuliche Entwicklung. Der Nachteil besteht</font> <font size="2">darin, dass sich die Saison auf einen kleinen Zeitraum beschränkt", sagt Thomas Rolle. Dabei habe das</font> <font size="2">Erzgebirge noch viel mehr zu bieten: "Unter anderem haben wir in der Region die höchste Dichte an</font> <font size="2">technischen Denkmalen."</font>
<font size="2"><br> Als Beispiel nennt er die im Erzgebirge historisch verankerte Textilindustrie und den Bergbau. Letzterer hat</font> <font size="2">auch die Mühlenlandschaft in der Region geprägt. Thomas Rolle denkt etwa an zahlreiche Poch- und</font> <font size="2">Hammerwerke, die in der Bergbauzeit entstanden. Den Fokus möchte er zugleich auf gute Beispiele lenken,</font> <font size="2">die zeigen, wie Geschichte erlebbar gemacht werden kann. Da wäre beispielsweise die Motorradsammlung</font> <font size="2">von Jørgen Skafte Rasmussen, Enkel des gleichnamigen DKW-Gründers, im Zschopauer Schloss Wildeck</font> <font size="2">oder das dem Rechenmeister Adam Ries gewidmete Museum in Annaberg-Buchholz.</font>
<font size="2"><br> Angetreten ist der Müller aus Waldkirchen zudem, den erzgebirgischen Weihnachtsstollen innerhalb</font> <font size="2">Deutschlands und darüber hinaus bekannter zu machen. Dazu hat er gemeinsam mit Bäckern aus der</font> <font size="2">Region den Stollenverband Erzgebirge ins Leben gerufen. Im Herbst machte die Vereinigung ihr</font> <font size="2">Qualitätssiegel und ihre Ziele in Neuwürschnitz erstmals öffentlich. Mittlerweile zählt der Stollenverband 15</font> <font size="2">Mitglieder, die das Thema Stollen und Weihnachtsland gemeinsam und besser vermarkten und über die</font> <font size="2">Region hinaustragen wollen. Dazu gehört ebenso, Netzwerke mit anderen Verbänden im Erzgebirge - zum</font> <font size="2">Beispiel aus dem Tourismusbereich - zu bilden.</font>
<font size="2"><br> Das Erfolgsrezept seines eigenen Familienunternehmens sieht der Geschäftsführer unter anderem in der</font> <font size="2">ständigen Entwicklung von Produkten - wie dem ersten Dresdner Stollen in Bio-Qualität 1998 oder</font> <font size="2">Erzeugnissen aus Gelbweizen. Die alte Weizensorte zeichnet sich durch einen hohen Anteil gelber</font> <font size="2">Farbpigmente aus, die etwa Kuchen neben einer ansprechenden Farbe ein nussiges Aroma verleihen.</font>
<font size="2"><br> Mit etwa 20 Beschäftigten zählt die Mühle in der Branche eher zu den kleinen. Dafür ist das Unternehmen</font> <font size="2">auf die Nutzung regenerativer Energiequellen und auf ökologische Produkte ausgerichtet. Der Zschopaufluss </font><font size="2">treibt ein Wasserkraftwerk an, das Strom für den kompletten Betrieb erzeugt. Das Sortiment der Rolle-</font><font size="2">Mühle umfasst etwa 1000 Artikel. Der Anteil an Bio-Produkten beträgt 25 bis 30 Prozent. Mehr als 40</font> <font size="2">Tonnen Getreide werden täglich verarbeitet. (mit vh)<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Zschopauer Zeitung, 06.01.2012</font>