SERIE: MADE IN ERZ - Pressspan wird in 70 Länder exportiert

Die Krempel GmbH mit Werken in Thalheim und Zwönitz liefert Isoliermaterial für Motoren und Transformatoren. Im Jahr sind es 10.000 Tonnen.
<font size="2">VON FRANZISKA MUTH</font>
<font size="2">THALHEIM/ZWÖNITZ</font><font size="2"> - 2,20 Meter - das ist die Breite, mit der Rollenpressspan bei der Firma Krempel in Thalheim gefertigt werden</font> <font size="2">kann. Möglich macht das eine imposante, 80 Meter lange Anlage. 2,20 Meter breiter Rollenpressspan - so viel schafft sonst keine</font> <font size="2">andere Anlage in Europa. Das Herzstück des Thalheimer Werkes ist ein italienisches Fabrikat, bereits seit 1972 in Betrieb und seitdem</font> <font size="2">mehrfach modernisiert. Fast rund um die Uhr ist die Anlage im Einsatz.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">160 Mitarbeiter im Erzgebirge</font>
<font size="2"><br> "Auch unsere anderen Maschinen sind gut ausgelastet. Wir arbeiten in drei Schichten, zum Teil auch samstags und sonntags", sagt</font> <font size="2">Gabriele Kretzschmar. Die Diplomingenieurin für Zellstoff- und Papiererzeugung leitet die Geschäfte der Krempel GmbH und Co</font> <font size="2">Pressspanwerk KG mit Werken in Thalheim und Zwönitz. Das Unternehmen gehört zur Krempel-Gruppe mit Hauptsitz in Vaihingen/Enz</font> <font size="2">bei Stuttgart und weiteren Standorten in Deutschland, Großbritannien, China und Polen. Die Produktpalette des Werkstoffherstellers</font> <font size="2">reicht von Fotovoltaiklaminaten für Solarmodule bis hin zu Schutzfolien für Straßenschilder.</font>
<font size="2"><br> Im Erzgebirge hat sich Krempel auf Pressspan spezialisiert. Die hochwertige Pappe wird zur Elektroisolation beispielsweise in Motoren</font> <font size="2">und Transformatoren eingesetzt. 10.000 Tonnen Pressspan stellen die beiden hiesigen Werke im Jahr her. "Wir exportieren in 70</font> <font size="2">Länder", sagt Gabriele Kretzschmar. An den zwei Standorten in der Region sind rund 160 Mitarbeiter beschäftigt sowie sieben Lehrlinge</font> <font size="2">und ein BA-Student. Jahresumsatz: rund 25 Millionen Euro. In Deutschland gebe es neben Krempel nur noch einen weiteren</font> <font size="2">Pressspanproduzenten, so Kretzschmar.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Zellulose ist Grundstoff</font>
<font size="2"><br> In Thalheim wird Rollenpressspan von 0,1 bis 0,5 Millimeter Dicke gefertigt. Die Bindung des Vlieses erfolgt dabei nicht durch</font> <font size="2">chemische Zusätze, sondern durch Wasserstoffbrücken. Damit sind die Pressspäne ein reines Naturprodukt. In Zwönitz kann 1 bis 8</font> <font size="2">Millimeter starker Tafelpressspan auf speziellen Kartonmaschinen hergestellt werden. Dabei wird ein aus Zellulosefasern und Wasser</font> <font size="2">aufbereitetes Gemisch zum Faservlies entwässert und auf einer Formatwalze aufgewickelt. Ist die gewünschte Dicke erreicht, erfolgt</font> <font size="2">der Schnitt des Wickels. Die entstandene Rohpressspantafel wird gepresst, getrocknet und zu normgerechtem Tafelpressspan</font> <font size="2">kalandriert, also gewalzt. Zu den Produkten aus beiden Werken zählen auch Wellpressspan, Pressspanleisten und Leistengitter.</font> <font size="2">Gefertigt wird der Pressspan zu 100 Prozent aus Zellulose, importiert unter anderem aus Skandinavien, Nordamerika, Südafrika und</font> <font size="2">Südamerika.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Positiver Blick in die Zukunft</font>
<font size="2"><br> Zur Produktion wird Wasser benötigt. Es stammt aus der Zwönitz. "Wir haben hier sehr weiches Wasser", sagt Gabriele Kretzschmar.</font> <font size="2">Hartes Wasser wäre bedeutend kalkhaltiger und damit entsprechend leitfähig für elektrische Energie. Würde es zur Herstellung des</font> <font size="2">Pressspans verwendet, könnte dieser nicht mehr als Isolationsstoff benutzt werden. Nach der Herstellung wird das Wasser in einer</font> <font size="2">hauseigenen Anlage geklärt und wieder der Zwönitz zugeführt.</font>
<font size="2"><br> Geschäftsführerin Gabriele Kretzschmar blickt optimistisch in die Zukunft der Pressspanherstellung im Erzgebirge. Sie sieht in der</font> <font size="2">Wende hin zur Nutzung regenerativer Energien eine Chance: "Das brächte neue Umspannwerke mit sich und neue Transformatoren" -</font> <font size="2">und damit den Bedarf nach noch mehr Pressspan.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 13.07.2011</font>