Australische Firma konkretisiert Bergbaupläne in Pöhlaer Region

In der Komplexlagerstätte Westerzgebirge will das Unternehmen Indo Gold Limited Bodenschätze aufsuchen und gewinnen. Beim Oberbergamt läuft das Bewilligungsverfahren.
<font size="2">VON FRANK NESTLER</font>
<font size="2">PÖHLA </font><font size="2">- Im Luchsbachtal bei Pöhla könnte es wieder Bergbau geben - wenn es nach der australischen</font> <font size="2">Firma Indo Gold Limited geht. Das Unternehmen, spezialisiert aufs Erkunden von Lagerstätten, sucht</font> <font size="2">bergfreie Bodenschätze im Vogtland und Erzgebirge. Im Bereich des Schwarzenberger Ortsteils Pöhla, der</font> <font size="2">zur Komplexlagerstätte Westerzgebirge gehört, sind die Pläne inzwischen so konkret, dass ein</font> <font size="2">Arbeitsprogramm vorliegt. Die Stadträte im Technischen Ausschuss stimmten jetzt zu, dass das</font> <font size="2">Oberbergamt den Australiern in Pöhla das Aufsuchen und Gewinnen von Bodenschätzen bewilligt. Bohr- und</font> <font size="2">andere Arbeiten müssen noch extra beantragt werden.</font>
<font size="2"><br> Die Liste der Bodenschätze, die Indo erkunden und eventuell gewinnen will, ist lang: Zinn, Wolfram,</font> <font size="2">Beryllium, Blei, Bor, Cadmium, Eisen, Flussspat, Germanium, Gold, Indium, Kupfer, Molybdän, Silber,</font> <font size="2">Wismut und Zink. "Das ganz große Berggeschrei wird es sicher nicht", sagt Oberbürgermeisterin Heidrun</font> <font size="2">Hiemer. "Denn ob das wirtschaftlich betrieben werden kann, muss sich ja erst noch erweisen." Vor Euphorie</font> <font size="2">warnt auch Frank Weißflog. Der Vorsitzende des Vereins Besucherbergbergwerk Zinnkammern Pöhla kann</font> <font size="2">sich als ehemaliger Wismut-Bergmann ein Urteil erlauben: "Die Belegschaft des Besucherbergwerks ist</font> <font size="2">sicher größer als die Zahl der Leute, die mit modernster Technik vielleicht einmal in Pöhla für Indo</font> <font size="2">arbeiten." Zugleich gibt er zu bedenken, dass die schmale Zufahrtsstraße in das Luchsbachtal, im unteren</font> <font size="2">Bereich von Wohngrundstücken gesäumt, bestimmt Probleme bereiten wird. Generell seien die</font> <font size="2">Informationen über das Unternehmen und seine Absichten "leider eher dürftig".</font>
<font size="2"><br> Bekannt ist, dass am alten Wismutstandort eine Aufbereitungsanlage entstehen soll, auf dem sanierten</font> <font size="2">Haldengelände eine Bergehalde. Weiter südöstlich sind ein Wasserspeicher, zeitweise eine industrielle</font> <font size="2">Absetzanlage geplant. Von teilweisem Verlegen des Luchsbachs ist die Rede. Unterhalb der vorhandenen</font> <font size="2">Wasseraufbereitungsanlage sind Lager, Büro und Werkstatt vorgesehen.</font>
<font size="2"><br> All das lässt Ortsvorsteherin Annelore Liebchen hellhörig werden. "Bis Mitte 1991 hat die Wismut in Pöhla</font> <font size="2">Uranerz abgebaut. Seitdem sind umfangreiche Sanierungen gelaufen, unter- und übertage. Ich hoffe, dass</font> <font size="2">dabei Geschaffenes bestehen bleibt." Da meint sie vor allem das Besucherbergwerk. An dessen Erhalt und</font> <font size="2">uneingeschränktes weiteres Betreiben hat die Stadt denn auch ihre Zustimmung geknüpft.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Auer Zeitung, 01.12.2011</font>