Erzgebirge bekommt es bunt aufs Dach

Mit einem Kunstbegriff ringt die Region um Gäste: Erlebnisheimat Erzgebirge heißt das Schlagwort der neuen Dachmarke, unter der sich alles Touristische vereinen soll.
<font size="2">VON THOMAS SCHMIDT</font>
<font size="2">OBERWIESENTHAL - Schlägel und Eisen gekreuzt, aber nicht mehr im eintönigen Schwarz, sondern vielfarbig, versehen mit dem</font> <font size="2">Schriftzug "Erzgebirge - Die Erlebnisheimat". Mit diesem Zeichen, natürlich dem "Alles kommt vom Bergbau her" entlehnt, geht der</font> <font size="2">Tourismusverband Erzgebirge (TVE) in ein neues Zeitalter. Es soll künftig als Dachmarke für alle touristischen Aktivitäten der Region</font> <font size="2">und auf allen öffentlichkeitswirksamen Präsentationen dienen. Gestern sind in Oberwiesenthal "die bunten Hämmer" anlässlich des 20-</font><font size="2">jährigen Bestehens des TVE bei einer aufwendig inszenierten Veranstaltung erstmals präsentiert worden.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">"Wir wollen uns</font> <font size="2">bewusst abheben."</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Veronika Hiebl Geschäftsführerin des TVE</font>
<font size="2"><br> Die Reaktionen nach der Enthüllung des Logos, an dem seit Monaten gearbeitet wurde, waren gespalten. Von "Pippifax" bis "genial"</font> <font size="2">reichten die Urteile. Doch hinter dem Logo stecke das, was nicht sofort erkennbar wird, aber durch Farben symbolisiert werden soll: Die</font> <font size="2">Themen Erlebnis Bergbau &amp; Kunstschätze, Traditionshandwerk &amp; Weihnachtswunderland, Eisenbahnromantik &amp; Oldtimerträume, Sport</font> <font size="2">&amp; Vitalität. Immer verbunden mit den Begriffen Erlebnis und Heimat. "Daher auch das Kunstwort Erlebnisheimat", machte TVEGeschäftsführerin</font> <font size="2">Veronika Hiebl deutlich. Sie erwartet, dass künftig alle gemeinsam unter der Flagge der Dachmarke segeln und das</font> <font size="2">Logo immer und überall verwendet wird. "Bisher schwirren viel zu viele durch die Gegend", so Hiebl angesichts einer Grafik, die 26</font> <font size="2">bestehende Varianten zeigte. Marketingtechnisch sei dies eine Katastrophe. "Wir wollen uns bewusst abheben. Viele andere Regionen</font> <font size="2">verwenden Begriffe wie frisch, grün, Natur." Nicht verwechselt werden dürfe hingegen das Logo mit dem "gedacht - gemacht" der</font> <font size="2">Wirtschaftsförderung, das bestehen bleibe. Damit werde um eine völlig andere Zielgruppe geworben.</font>
<font size="2"><br> Grund genug, intensiver um Touristen zu werben, gibt es. Das Erzgebirge liegt zwar 2011 mit 1,44 Millionen Übernachtungen hinter</font> <font size="2">Dresden (1,68) an Position 2 in Sachsen, aber hinter Harz und Thüringen. Zudem ist die Nachfrage nach der Gästecard stetig</font> <font size="2">gesunken. Wurden zum Start 2004 noch 7636 verkauft, waren es im Vorjahr nur noch 3566. Dies soll sich zwischen Altenberg und</font> <font size="2">Crimmitschau - soweit dehnt sich das Gebiet des TVE aus - ändern. Aus Sicht des Freistaats auch durch die Eigenerwirtschaftung der</font> <font size="2">Tourismusmittel. "Während die Sächsische Schweiz 70 Prozent selbst generiert, schafft das Erzgebirge lediglich 29", bohrte Frank</font> <font size="2">Ortmann vom Wirtschaftsministerium in einer weiteren Wunde. Aber er lobte auch, "dass sich das Erzgebirge auf den Weg gemacht hat</font> <font size="2">während andere noch schlafen".<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 24.08.2011</font>