Erzgebirgsbahn wirbt um Pendler

Das Unternehmen hat den Schienenverkehr in Südwestsachsen neu belebt. Ins Streckennetz und in die Fahrzeuge wurden Millionen investiert.
<font size="2">VON SAMIRA SACHSE</font>
<font size="2">CHEMNITZ </font><font size="2">- Die Erzgebirgsbahn will mehr Berufspendler auf die Schiene locken. "Wir sehen viel Potenzial,</font> <font size="2">zum Beispiel in Richtung Chemnitz oder auch nach Zwickau", sagte gestern Geschäftsführer Lutz Mehlhorn</font> <font size="2">auf einer Feier zum 10. Geburtstag der Regionaltochter der Deutschen Bahn in Chemnitz. Ziel für dieses</font> <font size="2">Jahr sei eine zehnprozentige Steigerung der Fahrgastzahlen. 2011 waren täglich rund 5000 Personen in</font> <font size="2">einen der rot-weißen Erzgebirgsbahn-Wagen gestiegen. Schon in den Jahren zuvor hatte das Unternehmen</font> <font size="2">beachtlich zugelegt und neue Kunden gewonnen. Binnen eines Jahrzehnts wuchs die Zahl der Fahrgäste fast</font> <font size="2">auf das Vierfache.</font>
<font size="2"><br> Die geplante Steigerung 2012 soll laut Mehlhorn helfen, das Unternehmen zurück in die Gewinnspur zu</font> <font size="2">steuern. Die Erzgebirgsbahn war aus mehreren Gründen in die roten Zahlen gerutscht. Negativ wirkte sich</font> <font size="2">zum Beispiel aus, dass turnusgemäß gleich mehrere Fahrzeuge in die Revision mussten und somit für einige</font> <font size="2">Zeit ausgefallen sind. Auch die Zuschusskürzungen für den Schienenpersonennahverkehr hatten die</font> <font size="2">Erzgebirgsbahn belastet. Sie musste infolge der Streichungen ihre Leistungen im westsächsischen Raum</font> <font size="2">deutlich reduzieren. Im aktuellen Fahrplanjahr habe der Zweckverband, der die Züge bestellt, insgesamt</font> <font size="2">118.000 Zugkilometer weniger gebucht als im vergangenen Vergleichszeitraum. Mehlhorn: "Das ist eine</font> <font size="2">Größenordnung, die sich bemerkbar macht". Die Profitabilität des Unternehmens hängt nun entscheidend</font> <font size="2">davon ab, ob es gelingt, mehr Fahrgäste zu überzeugen.</font>
<font size="2"><br> Die Voraussetzungen dafür sind gut: So liegt die Erzgebirgsbahn seit Jahren bei Umfragen des Infas-</font><font size="2">Instituts zur Kundenzufriedenheit im bahninternen Vergleich vorn - auch weit vor dem Mutterkonzern. Die</font> <font size="2">Pünktlichkeitsquote erreichte 2011 im Jahresdurchschnitt 99 Prozent.</font>
<font size="2"><br> Seit 2002 absolvierte das Unternehmen - es ist eines von fünf Regionalnetzen unter dem Dach der</font> <font size="2">Deutschen Bahn - ein ehrgeiziges Investitionsprogramm. Mithilfe des Bundes, des Freistaates Sachsen und</font> <font size="2">des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) steckte es rund 200 Millionen Euro in den Um- und Ausbau des</font> <font size="2">Streckennetzes, die Installation moderner Leit- und Sicherungstechnik sowie die komplette Erneuerung der</font> <font size="2">Fahrzeugflotte. "Die Investitionen haben dazu beigetragen, den Schienenpersonennahverkehr in der Region</font> <font size="2">wiederzubeleben, die Fahrzeiten deutlich zu verkürzen und somit eine echte Alternative zum Auto zu</font> <font size="2">bieten", so Mehlhorn.</font>
<font size="2"><br> Die Erzgebirgsbahn beschäftigt Konzernangaben zufolge 250 Mitarbeiter und fährt auf vier Linien:</font> <font size="2">Chemnitz-Aue, Zwickau-Johanngeorgenstadt, Chemnitz-Flöha-Olbernhau-Grünthal und Chemnitz-Flöha-</font><font size="2">Annaberg-Buchholz-Bärenstein-Vejprty. Zum 252 Kilometer langen Streckennetz gehören 282 Brücken, 220</font> <font size="2">Bahnübergänge und 74 Verkehrsstationen.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 27.01.2012</font>