Freiberger Wissenschaftler spüren in Afrika Rohstoffe auf

Mit einer neu entwickelten Software ist die Firma Beak Consultants Bodenschätzen auf der Spur - und das nicht nur im Erzgebirge.
<font size="2">VON ANGELIKA NEUMANN</font>
<font size="2">FREIBERG </font><font size="2">- Wie reich ist das Erzgebirge noch an Rohstoffen? Das untersuchen Wissenschaftler der</font> <font size="2">Freiberger Firma Beak Consultants GmbH derzeit in einem Forschungsprojekt. Sie bohren und schürfen</font> <font size="2">dafür nicht etwa in der Landschaft, sondern nutzen am Computer einen Schatz, der über Jahrhunderte</font> <font size="2">zusammengetragen wurde: geologische, geochemische und geophysikalische Daten. "Künstliche Intelligenz</font> <font size="2">hilft uns, die Zusammenhänge zwischen dem vorhandenen Wissen und dem Auftreten von</font> <font size="2">Rohstofflagerstätten zu erkennen", beschreibt Geschäftsführer Andreas Barth das Verfahren. "Eine von uns</font> <font size="2">entwickelte Software simuliert die Denkweise des menschlichen Gehirns und findet Fußabdrücke bekannter</font> <font size="2">Rohstofflagerstätten in einer riesigen Datenmenge." 2012 rechnet das Unternehmen mit ersten</font> <font size="2">Ergebnissen.</font>
<font size="2"><br> "Wir suchen die Stecknadel im Heuhaufen."</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Andreas Barth Geschäftsführer</font> <font size="2">Beak Consultants</font><font size="2"><br> </font>
<font size="2"><br> Rund ein Jahr lang sichteten Beak-Mitarbeiter regionale Daten und bereiteten sie für ihre Verknüpfung am</font> <font size="2">Computer vor. Jetzt beginnt für die Wissenschaftler die eigentliche Arbeit. Sie fertigen Schritt für Schritt</font> <font size="2">sogenannte Wahrscheinlichkeitskarten für verschiedene Rohstoffe und Typen von Lagerstätten an. Die</font> <font size="2">geologischen Daten aus dem Erzgebirge stellte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und</font> <font size="2">Geologie als Kooperationspartner bereit. In Sachsen liefen vor 1991 wesentliche Erkundungen nach</font> <font size="2">metallischen Rohstoffen, doch seitdem sei nichts passiert, so Barth. Das soll sich mit Advangeo, so heißt die</font> <font size="2">neue Software von Beak, ändern. Wo lagern noch Zinn, Wolfram, Kupfer oder Molybdän im Berg? Das</font> <font size="2">wollen die Beteiligten herausfinden. "Wir suchen dabei die Stecknadel im Heuhaufen", umreißt der</font> <font size="2">Geschäftsführer die Möglichkeiten. "Die Software erkennt, wo man neue Vorkommen vermuten kann und</font> <font size="2">unter Umständen auch in welchen Mengen."</font>
<font size="2"><br> Advangeo verhalf dem Freiberger Unternehmen weltweit schon zu vielen Aufträgen. Im Kosovo, in Ghana</font> <font size="2">sowie im Stillen Ozean wurde sie bereits erfolgreich für Rohstoffprognosen genutzt. In Ghana und Burkina</font> <font size="2">Faso spürten die Freiberger beispielsweise goldhöffige Flächen auf. Beak hilft außerdem in Finnland,</font> <font size="2">Namibia, Südafrika oder in der Mongolei, Rohstofflagerstätten zu entdecken. "Rund 40 Prozent unseres</font> <font size="2">Umsatzes bringt uns das Ausland", so Barth. Auftraggeber sind zum einen die Regierungen selbst, die mit</font> <font size="2">ihren Bodenschätzen Investoren ins Land locken wollen, zum anderen deutsche und internationale</font> <font size="2">Entwicklungsprojekte, die dabei helfen. Für Advangeo eröffnen sich nach Ansicht von Barth auch weitere</font> <font size="2">Anwendungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel zur Prognose von Georisiken, Auftreten von Schädlingsbefall</font> <font size="2">im Forst oder zur Analyse von Bränden in Chinas Kohlelagerstätten.</font>
<font size="2"><br> Eingebunden wurde Beak auch in das von der Europäischen Union geförderte Aegos-Projekt (African-</font><font size="2">European Georesources Oberservation System), an dem europäische und afrikanische Geologische Dienste</font> <font size="2">mitwirken. Ziel dabei ist es, mittels einer modernen Geodaten-Infrastruktur Daten über Wasser, Boden und</font> <font size="2">Rohstoffe im Internet verfügbar zu machen.</font>
<font size="2"><br> "Wir wurden vom Geologischen Dienst Frankreichs darauf in Moskau angesprochen", erzählt Barth, "und</font> <font size="2">sind die einzige privatwirtschaftliche Firma, die sich in der Vorbereitungsphase beteiligt." Ebenso lösen die</font> <font size="2">Freiberger das Rätsel mit, in welchen Mengen Manganknollen auf dem Meeresboden zu erwarten sind.<br> <br> </font><font size="2"><br> Quelle: Freie Presse, Ausgabe Freiberger Zeitung, 30.12.2011</font>