MZ fährt auf den Elektroroller ab

<font size="2">VON JAN-DIRK FRANKE</font>
<font size="2">ZSCHOPAU </font><font size="2">- Martin Wimmer hat sich für die Zukunft ehrgeizige Ziele gesetzt: "Wir wollen Marktführer bei</font> <font size="2">rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen werden", sagte der Geschäftsführer und Mitgesellschafter der</font> <font size="2">Motorenwerke Zschopau GmbH (MZ), gestern bei der Vorstellung seines neuen Elektrorollers E-Power Max.</font> <font size="2">Das Potenzial dafür sieht Wimmer gegeben. Mit rund 15 PS Motorleistung stoße das neue Modell in bislang</font> <font size="2">unbekannte Leistungsregionen für Elektroroller aus deutscher Produktion vor, hieß es. Der Zweisitzer lasse</font> <font size="2">sich innerhalb von drei Sekunden auf Tempo 50 beschleunigen, die Spitzengeschwindigkeit liege bei 70</font> <font size="2">km/h und die Reichweite bei rund 70 Kilometern. Der Akku benötigt den Angaben zufolge eine Ladezeit von</font> <font size="2">zwei Stunden. Entwickelt wurde der Roller gemeinsam mit der Züricher Firma Elmove AG, einem</font> <font size="2">Ingenieurbüro für elektrische Fahrzeugantriebe.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">"Fahrzeug ist serienreif"</font>
<font size="2"><br> Bislang gibt es von E-Power Max nur einen Prototypen. An dem seien nur noch ein paar Kleinigkeiten zu</font> <font size="2">machen, "ansonsten ist das Fahrzeug serienreif", versicherte Helmut Lichtenberg, technischer Leiter bei MZ.</font> <font size="2">In diesem Jahr sollen noch 20 Vorserienmodelle montiert werden, bevor im kommenden Jahr in die</font> <font size="2">Serienproduktion übergegangen wird. Bereits für den Herbst planen die Zschopauer indes den Serienanlauf</font> <font size="2">des Hybridrollers "Emmely", der mit einem 2,85-PS-Viertakt- und 0,81-PS starkem Elektromotor</font> <font size="2">ausgestattet ist. Von dem Gefährt mit 50 Kubikzentimeter Hubraum sollen laut Wimmer bis Jahresende</font> <font size="2">noch 180 Stück gebaut werden - in der Hybridvariante und als reiner Benziner.</font>
<font size="2"><br> Für das kommende Jahr plant der MZ-Chef - den Elektro-Scooter eingerechnet - mit einem Ausstoß von</font> <font size="2">insgesamt 1750 bis 3000 Fahrzeugen. 2013 will Wimmer die Modelle dann auch international vermarkten,</font> <font size="2">schließlich sei der Markt für Roller in Spanien, Frankreich und Italien viel größer als hierzulande. Davon</font> <font size="2">wolle man profitieren. Da MZ alle drei Antriebsformen - vom klassischen Verbrennungsmotor bis zum reinen</font> <font size="2">Elektroantrieb anbiete, sei das Unternehmen "relativ risikofrei aufgestellt", betonte er. Geplant ist laut</font> <font size="2">Wimmer außerdem ein Wiedereinstieg in die Motorradklasse, jedoch nicht mit einem Elektroantrieb. Dies sei</font> <font size="2">immer Bestandteil des Geschäftsplans gewesen, sagte er. Details wollte er noch nicht nennen.</font>
<font size="2"><br> Die für die Wiederbelebung der Produktion dringend notwendige Landesbürgschaft soll offenbar in Kürze</font> <font size="2">vorliegen. Sie war im April bewilligt worden, bislang ist jedoch keine Bewilligungsurkunde eingegangen.</font> <font size="2">Wimmer hofft, dass diese in zwei bis vier Wochen auf dem Tisch liegt. Man befinde sich derzeit in der</font> <font size="2">abschließenden Phase, um die vom Land daran geknüpften Bedingungen zu erfüllen, so Wimmer. "Wir</font> <font size="2">gehen heute davon aus, dass die Voraussetzungen vorliegen", erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete</font> <font size="2">Günther Schneider, der das Verfahren unterstützt hatte.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Gesellschafter ausgeschieden</font>
<font size="2"><br> Die Auflagen haben dabei offensichtlich zu Zerwürfnissen im Gesellschafterkreis geführt. Wie es hieß, seien</font> <font size="2">Ralf Waldmann und Martina Häger Ende Juni ausgeschieden. Gemeinsam mit Wimmer hatten sie das Ende</font> <font size="2">2008 geschlossene Werk übernommen. Neuer Mehrheitseigner ist demnach der Ludwigshafener Investor</font> <font size="2">Peter Ertel - Wimmer zufolge ein Bankdirektor, der sich privat engagiere. Weitere Anteile halten eine</font> <font size="2">Beteiligungsgesellschaft sowie Wimmer selbst.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 15.07.2011</font>