Renaissance des Silberbergbaus beginnt zunächst bescheiden

Die aus Baden-Württemberg stammenden Investoren investieren am Türk-Schacht in Zschorlau zwar mehrere Millionen Euro. Bedarf an neuen Mitarbeitern haben sie vorerst allerdings nicht.
<font size="2"><div>&lt;font size="2"&gt;VON FRANK HOMMEL&lt;/font&gt;</div><div>&lt;font size="2"&gt;ZSCHORLAU - Die Sachsenerz Bergwerks GmbH mit Sitz in Espenhain bei Leipzig besteht &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;aus zwei Mitarbeitern: dem Geschäftsführer Adalbert Geiger und seiner Frau Irene, die &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;ebenfalls als Geschäftsführerin agiert. Seit aber bekannt wurde, dass das finanzstarke &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Unternehmen im Erzgebirge wieder nach Silber und anderen Metallen suchen will, kann es &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;sich vor Zuspruch kaum retten.&lt;/font&gt;</div><div>&lt;font size="2"&gt;&lt;br&gt; "Wir haben schon waschkörbeweise Bewerbungen erhalten", sagt Irene Geiger. Doch in &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;der Erkundungsphase wird bei ihr noch kein Bergmann einen Arbeitsvertrag &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;unterschreiben können. Denn die Sachsenerz Bergwerks GmbH hat dafür zunächst &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Fremdfirmen engagiert. Zwar kommen mit der Bergsicherung Schneeberg GmbH &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;einheimische Spezialisten zum Zuge. Doch auch deren Arbeitsaufwand ist zunächst nicht &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;mit den goldenen Zeiten des Bergbaus im Erzgebirge vergleichbar.&lt;/font&gt;</div><div>&lt;font size="2"&gt;&lt;br&gt; So die Behörden den eingereichten Betriebsplan rechtzeitig absegnen, sollen die Arbeiten &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;am Türk-Schacht im März beginnen. Das hofft Dietmar Schönherr, Geschäftsführer der &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Schneeberger. Damit ist Zschorlau der erste von drei Erkundungsstandorten des &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Erzgebirges, an dem es nach Untertage geht. Und zwar in Etappen, erläutert Achim &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Freund vom Ingenieurbüro Geos in Freiberg. Zunächst maximal bis auf die Tiefe der &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Markus-Semmler-Sohle. Was darunter liegt im Revier, steht unter Wasser. Das zu &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;erkunden käme teuer - und steht erst einmal hinten an.&lt;/font&gt;</div><div>&lt;font size="2"&gt;&lt;br&gt; Die erste Etappe kostet genug. Bis zu drei Millionen Euro investieren die Geigers. Zunächst &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;gilt es, den Türk-Schacht selbst zu sichern. Fünf bis sechs Mitarbeiter sollen diese Aufgabe &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;unternehmen. Ziel Nummer eins ist der so genannte Fürstenstollen, von Zschorlau aus in &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;rund 150 Metern Tiefe. Akten der SDAG Wismut, 50 Jahre alt, belegen nicht nur dort &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Vorkommen von Silber, Nickel, Kobalt. Doch an diesem vergleichsweise leicht &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;zugänglichen Ort können Geologen prüfen, wie zuverlässig diese Messungen sind.&lt;/font&gt;</div><div>&lt;font size="2"&gt;&lt;br&gt; Sind die Wismut-Akten korrekt, geht es weiter in die Tiefe. Bürgermeister Wolfgang &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Leonhardt (CDU) verbreitet Zuversicht: "Wenn dort Geld in die Hand genommen wird, &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;besteht schon mehr als eine vage Hoffnung."&lt;/font&gt;</div><div>&lt;font size="2"&gt;&lt;br&gt; Doch die Fachleute kennen auch die Schwierigkeiten. Am Türk-Schacht gibt es keine für &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;die Logistik nutzbaren Gebäude mehr. Gedanken, welche zu errichten, wurden vorerst &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;verworfen. Doch da bei bestimmten Temperaturen giftige Abwetter über den Türk-Schacht &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;entweichen, muss für die Arbeit in die Tiefe eine entsprechende Belüftung installiert &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;werden. Immerhin: Das weithin sichtbare Fördergerüst kann genutzt werden.&lt;/font&gt;</div><div>&lt;font size="2"&gt;&lt;br&gt; Weitere Fragen müssen die Experten klären, sollte tatsächlich der Abbau beginnen. Auch &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;wenn dessen einstige Dimensionen nicht annähernd erreicht werden. Zwei bis fünf Lkw-&lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Ladungen Erz könnten den Schacht täglich verlassen. Gut möglich, dass auch Uran darin &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;vorkommt. Freund versichert, dass dies keinesfalls auf den Halden landen würde, die beim &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Abbau unweigerlich am Türk-Schacht aufgehäuft werden. Obwohl die Bergleute &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;versuchen, soviel Abraum wie möglich im Untergrund zu verbauen.&lt;/font&gt;</div><div>&lt;font size="2"&gt;&lt;br&gt; Auch Umweltschutz-Fragen sind noch offen. Irene Geiger: "Wir versuchen eine friedliche &lt;/font&gt;&lt;font size="2"&gt;Koexistenz."&lt;/font&gt;</div></font>
 
 
<font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Auer Zeitung, 08.02.2011</font>