Schwere Zeiten für Holzwarenmacher

Nach dem Weihnachtsgeschäft kommt die Flaute. Während große Firmen auf Lager produzieren, trifft es vor allem die Beschäftigten kleinerer Betriebe. Viele befristete Verträge können nicht verlängert werden.
<font size="2">VON DENISE MÄRKISCH</font>
<font size="2">MARIENBERG - Für die Holzwarenmacher beginnt die schwerste Zeit des Jahres.</font> <font size="2">Kurzarbeit und Entlassungen stehen auf der Tagesordnung. "Es ist schon immer so, dass</font> <font size="2">nach dem Weihnachtsgeschäft die Auftragslage schlecht ist. Niemand kauft im Sommer</font> <font size="2">eine Pyramide", sagt Wolfgang Lorenz von der Genossenschaft Dregeno Seiffen. Zurzeit</font> <font size="2">hätten sie noch gut zu tun, aber nach dem Ostergeschäft gehen die harten Monate los.</font> <font size="2">"Wir schicken dann unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit", erklärt das Vorstandsmitglied.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">"Wir stellen Luxusartikel her, die man nicht unbedingt zum Leben braucht."</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Elisabeth Legler Holz- und Drechslerwaren Dieter Legler</font>
<font size="2"><br> Die Zahlen der Arbeitsagentur zeigen ein ähnliches Bild. Neben dem Handel sind</font> <font size="2">besonders Männelmacher betroffen. "Im Januar meldeten sich 44 Holzwarenmacher im</font> <font size="2">Erzgebirgskreis arbeitslos", berichtet Mirjam Hildebrand von der Arbeitsagentur. Damit</font> <font size="2">erhöhte sich die Zahl an Arbeitslosen in dem Berufszweig auf aktuell 130. Das ist in der</font> <font size="2">Branche nichts Neues. Auch in den zurückliegenden Jahren weist die Statistik in den</font> <font size="2">ersten Monaten eines Jahres stets einen Anstieg der arbeitslos gemeldeten</font> <font size="2">Holzwarenmacher aus. Anfang 2010 waren beispielsweise 172 arbeitslose Frauen und</font> <font size="2">Männer bei der Arbeitsagentur gemeldet, 42 mehr als zwei Monate davor.</font>
<font size="2"><br> Im Spätsommer und Herbst kehrt sich der Trend hingegen um. Zwischen August und</font> <font size="2">Oktober des Jahres 2010 fanden 103 Personen in der Branche wieder einen Job. "Wir</font> <font size="2">haben eine Stammbelegschaft von 10 bis 14 Mitarbeitern, in der Hauptsaison reichen die</font> <font size="2">aber oft nicht aus. Dann stellen wir befristet bis Ende Dezember zusätzliche Kräfte ein",</font> <font size="2">erklärt Birgit Albrecht von der Drechslerwerkstatt Uhlig in Aue-Alberoda.</font>
<font size="2"><br> Auch Elisabeth Legler von Holz- und Drechslerwaren Dieter Legler aus Olbernhau kennt die</font> <font size="2">Frühjahr-Flaute: "Bis Ostern geht es noch. Die Monate danach werden ganz sauer." Bis</font> <font size="2">zum Sommer konnte die Kurzarbeit in ihrem Unternehmen noch verlängert werden. "Ab</font> <font size="2">September kommen wir dann kaum noch mit der Arbeit nach", sagt sie und fügt hinzu:</font> <font size="2">"Wir stellen Luxusartikel her, die man nicht unbedingt zum Leben braucht." Früher habe</font> <font size="2">das Unternehmen sogar noch junge Leute ausgebildet. Aber mittlerweile fehlt es an</font> <font size="2">Nachwuchs. "Bei einem Stundenlohn ab 6,50 Euro kann niemand eine Familie ernähren",</font> <font size="2">nennt Elisabeth Legler eine Ursache.</font>
<font size="2"><br> Besser sieht es bei Wendt und Kühn aus. "Wir arbeiten ohne Saisonkräfte", sagt</font> <font size="2">Pressesprecherin Lena Tetzner. Aufträge, die die Firma auf Messen erhält, bringen ihren</font> <font size="2">Worten nach Planungssicherheit. Die 135 Mitarbeiter in der Produktion könnten somit das</font> <font size="2">ganze Jahr beschäftigt werden. "Größere Unternehmen haben einen klaren Vorteil, sie</font> <font size="2">können einfacher vorproduzieren", erklärt Tetzner. Auch bei der Genossenschaft Seiffener </font><font size="2">Volkskunst "marschiert die Stammbelegschaft das ganze Jahr", wie es Andreas Bilz</font> <font size="2">ausdrückt. "Saisonabhängiges Personal muss eingearbeitet werden. Daher versuchen wir,</font> <font size="2">die Arbeit über das Jahr zu verteilen, um unsere Leute zu halten." In der Saison würden</font> <font size="2">maximal zwei zusätzliche Mitarbeiter benötigt.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Zschopauer Zeitung, 03.03.2011</font>