Sehmaer Betrieb fertigt für halb Europa

In der früheren Maschinen- und Traktorenstation der Gemeinde werden seit 1998 Harvesterköpfe produziert. Das sind wichtige Bauteile für die inzwischen auch in hiesigen Wäldern eingesetzten Forstvollerntemaschinen.
<font size="2">VON CHRISTINE BERGMANN</font>
<font size="2">SEHMA </font><font size="2">- Seit 1998 fertigt die Firma CTL Technology GmbH in Sehma Harvesterköpfe. Der Betrieb ist deutschlandweit der einzige</font> <font size="2">Hersteller dieser hochmodernen Arbeitsvorsätze für die Kranarme der Forstvollerntemaschinen. Zusätzlich bauen Mitarbeiter in den</font> <font size="2">Gebäuden oberhalb des Sehmaer Bahnhofes jährlich 17 solcher Harvester komplett zusammen. "Tendenz steigend" , erklärt Andreas</font> <font size="2">Adler, Geschäftsführer von CTL in Sehma.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Europaweiter Export</font>
<font size="2"><br> Die Harvesterköpfe werden für die Hohenloher Spezialmaschinenbau GmbH (HSM) produziert. Das Unternehmen im schwäbischen Neu-K</font><font size="2">upfer ist der größte deutsche Forstmaschinenhersteller. Es liefert europaweit unter anderem nach Frankreich, Österreich, in die</font> <font size="2">Schweiz, nach Lettland und Dänemark. Die Hälfte der Produktion wird in Deutschland verkauft. "Auch im Altkreis Annaberg laufen zwei</font> <font size="2">Maschinen aus der Sehmaer Produktion", weiß Isa Kaltofen. Bis vor zwei Jahren lenkte die engagierte Erzgebirgerin die Geschicke von</font> <font size="2">CTL. "Sie ist die gute Fee der Firma", bekennt Andreas Adler. Ohne die "Frau für alle Fälle" wäre die Firma kaum das, was sie jetzt ist.</font>
<font size="2"><br> Adler, der auch verantwortlich in einer HSM-Niederlassung in Wolfegg am Bodensee arbeitet, ist maximal einmal im Monat in Sehma</font> <font size="2">vor Ort. Alles, was zwischenzeitlich anfällt, muss eigenverantwortlich laufen. Isa Kaltofen entwickelte über Jahre das sprichwörtliche</font> <font size="2">"glückliche Händchen" galt als unverzichtbar, bis sie 2009 ihre Kompetenzen an eine Nachfolgerin abgab.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Maschinen schonen den Boden</font>
<font size="2"><br> Auch Randfichten sind für Harvester kein Problem. "Die Maschine fährt an den Baum, schneidet ihn ab, legt ihn um, entastet den</font> <font size="2">Stamm und schneidet ihn auf Länge. Unsere Geräte können Bäume mit bis zu 70 Zentimetern Stammdurchmesser fällen und</font> <font size="2">bearbeiten", erklärt Fachmann Adler. "Das sind Maschinen, die wegen ihrer enormen Reifenbreite - sie liegt zwischen 70 und 90</font> <font size="2">Zentimetern - sehr bodenschonend arbeiten können." In Deutschlands Wäldern werde mit Rücke-gassen gearbeitet, die höchstens drei</font> <font size="2">Meter breit sein und einen Abstand von 40 Metern haben sollten. Je breiter diese Abstände, desto besser, so Adler. Etwa 1500</font> <font size="2">Arbeitsstunden laufen an, um einen Harvester zu montieren. "Wir bauen vorrangig nach Kundenwunsch und können damit die Maschine</font> <font size="2">sehr präzise auf die Anforderungen des künftigen Besitzers abstimmen", weiß Andreas Adler.</font>
<font size="2"><br> Vier Typen stellt CTL für den Spezialmaschinenbauer in Neu-Kupfer her. Knapp zwei Tonnen wiegt der Allrounder für mittleres und</font> <font size="2">stärkeres Holz. 350.000 bis 400.000 Euro kostet ein Harvester im Schnitt. 1,5 Millionen Euro Jahresumsatz macht der Betrieb im</font> <font size="2">Sehmatal.</font>
<font size="2"><br> </font><font size="2">Firmenhistorie startet mit MTS</font>
<font size="2"><br> CTL schreibt eine wechselvolle Historie, die längst noch nicht abgeschlossen ist. Derzeit arbeiten die 20 Mitarbeiter in fünf Gebäuden </font><font size="2">auf etwa 20.000 Quadratmetern Fläche. CTL übernahm das Unternehmen 2003 vom Insolvenzverwalter der Firma Universal Tool</font> <font size="2">Carrier (UTC). Der holländische Besitzer produzierte ab 1992 Forstvollerntemaschinen in Sehma, musste aber 2002 Konkurs anmelden.</font> <font size="2">Ehemaligen Mitgliedern der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften wird das Areal noch unter dem Namen Maschinen- und</font> <font size="2">Traktorenstation bekannt sein. Bis 1992 wurden im späteren Kreisbetrieb für Landtechnik Traktoren und Landwirtschaftsgeräte</font> <font size="2">gewartet und repariert. "Wir werden am Standort Sehma festhalten - schon wegen der motivierten Mitarbeiter, die sich für uns</font> <font size="2">einsetzen", sagt der Firmenchef.<br> <br> <br> </font><font size="2">Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 25.11.2011</font>