Thema Ausbildung trifft voll ins Schwarze

Mehr als 3000 Gäste besuchen Messe in der Annaberg-Buchholzer Silberlandhalle - Drei
 
Von Petra Kaden
Annaberg-Buchholz. Mit mehr als 3000 Besuchern und 100 Ausstellern zeigte sich die diesjährige Ausbildungsmesse Erzgebirge in der Annaberg-Buchholzer Silberlandhalle rekordverdächtig. "Es sind noch einmal acht Firmen und Institutionen mehr als im Vorjahr, auch die Zahl der Interessenten liegt deutlich über der von 2009. Damit ist die Halle an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt", zog Kerstin Hillig, Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, am Samstag eine erfreuliche Bilanz.
Ganze Familien nutzten die Gelegenheit, sich detailliert über den beruflichen Start in verschiedenen Branchen zu informieren. So herrschte etwa am Stand der Bäckerinnung Annaberg-Zschopau reger Betrieb, der in erster Linie allerdings oft den leckeren Keksen und dekorativen Schaubroten galt, die von künftigen Bäckern extra für die Messe hergestellt worden waren. Der Andrang auf die vorhandenen Lehrstellen hält sich nach den Erfahrungen von Innungs-Geschäftsführer Wolfgang Küchler dagegen in Grenzen. "Viele schreckt das frühe Aufstehen ab", weiß der gelernte Bäcker und wirbt dennoch für den alten Handwerksberuf. "Durch den Einsatz moderner Technik ist die Arbeit körperlich nicht mehr so schwer wie früher. Das hat jedoch auch zur Folge, dass Bewerber mit schlechten Noten praktisch keine Chance haben - mit Vieren und Fünfen auf dem Zeugnis ist da nichts zu machen", sagte er.
Auf Jugendliche mit technischem Interesse hofft die BVO Verkehrsbetriebe Erzgebirge GmbH, die eine Vielzahl von Ausbildungsmöglichkeiten anbietet. Die Palette reicht vom Kfz-Mechatroniker über Servicemechaniker bis hin zu Bürokaufleuten. "Wir spüren neben der gesunkenen Zahl an Auszubildenden auch, dass viele mit ihren schulischen Leistungen die Mindestanforderungen für eine Lehrstelle nicht erfüllen", erklärte Personalleiterin Gerda Wimmer. Um jungen Leuten die Entscheidung für die Berufswahl zu erleichtern, bietet das Unternehmen seit Jahren Schülerpraktika an.
Mit zurückgehenden Bewerberzahlen sieht sich auch die Schwarzenberger Firma Kuka konfrontiert, die auf Werkzeugbau spezialisiert ist. Nach den Worten von Personalleiter Gerd Wolf gehört sie zu den Stammgästen der Ausbildungsmesse. "Wir bieten für 2011 acht Lehrstellen an, bilden Werkzeugmechaniker und Zerspanungsmechaniker aus", erläuterte Wolf. Mitbringen müssten die Bewerber neben guten Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern sowie in Englisch auch den nötigen Lerneifer. "Wir legen zudem viel Wert auf Tugenden wie Pünktlichkeit, Ordnung und Disziplin."
Zum ersten Mal bei der Präsentation dabei war das Unternehmen Gebrüder Roth aus Zwönitz. "Wir bilden überwiegend Einzelhandelskaufleute in verschiedenen Fachrichtungen aus, aber auch Floristen und Bürokaufleute", meinte Prokuristin Jana Hendel. Nach ihren Worten spüre das Unternehmen zwar die Auswirkungen der geburtenschwachen Jahrgänge, bisher sei es aber immer gelungen, alle Lehrstellen zu besetzen. Mit der Besucherresonanz in Annaberg-Buchholz war sie mehr als zufrieden. "Wir hatten viele Gespräche und sind überrascht von der guten Organisation und dem großen Interesse der Jugendlichen."
Zu diesen zählte auch die 15-jährige Luise Baumeister aus Marienberg, die sich gezielt über
Bildungsmöglichkeiten am Annaberg-Buchholzer Wirtschaftsgymnasium informierte. "Ich möchte das Abitur machen und danach vielleicht studieren", sagte die Zehntklässlerin. Und so schaute sie sich auch an den Ständen der verschiedenen Hoch- und Fachschulen um.
 
 
Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 13.09.2010