Zwei Erzgebirgsfirmen gehören zu Sachsens besten Mittelständlern
Die Ehrung fand am 26. September 2026 bei einer Gala in Würzburg statt. Bundesweit waren in diesem Jahr 4.842 Unternehmen, Kommunen und Kreditinstitute für den Wettbewerb der Oskar-Patzelt-Stiftung nominiert. Bei der Gala wurden 13 Preisträger und 27 Finalisten aus sechs Wettbewerbsregionen geehrt.
Zwei Finalisten aus dem Erzgebirge
Für Sachsen gab es einen Preisträger und drei Finalisten. Unter ihnen stehen mit der Nickelhütte Aue und BÜSCH Armaturen Geyer zwei Firmen aus dem Erzgebirge.Die Nickelhütte blickt auf eine lange Industriegeschichte zurück. Ihre Wurzeln reichen bis 1635. Heute beschäftigt das Unternehmen fast 500 Menschen und verarbeitet jährlich mehr als 90.000 Tonnen Material. Aus Industrieabfällen gewinnt der Betrieb unter anderem Nickel, Kupfer, Kobalt und Vanadium zurück. Auch Lithium-Ionen-Akkus aus der E-Mobilität werden verarbeitet. „Das Erreichen der Finalistenstufe ist für uns eine riesige Ehre und eine Bestätigung unseres Weges“, erklärt die Geschäftsführung der Nickelhütte. Der Erfolg sei vor allem der Leistung der Beschäftigten zu verdanken. Auch die Verbindung zur Region spielt eine große Rolle. Die Nickelhütte unterstützt Vereine und soziale Projekte im Erzgebirge. Dazu gehören die SG Nickelhütte Aue, der FC Erzgebirge Aue und der EHV Aue.
BÜSCH investiert weiter in Geyer
Der zweite Finalist aus dem Erzgebirge setzt ebenfalls auf seinen heimischen Standort. BÜSCH Armaturen hat im Juli 2025 die Erweiterung von Werk 2 in Geyer abgeschlossen. Die Fertigungsflächen wurden dabei um 67 Prozent vergrößert. Durch die zusätzlichen Flächen kann das Unternehmen mehr Arbeitsschritte selbst übernehmen. In der Umformtechnik liegt der eigene Anteil an der Fertigung inzwischen bei bis zu 95 Prozent. Das Unternehmen verspricht sich davon eine hohe Qualität, mehr Spielraum bei besonderen Kundenwünschen und kürzere Produktionszeiten. Die Investition stärkt zugleich den Wirtschaftsstandort Geyer. BÜSCH setzt nach eigenen Angaben auf Produktion in Deutschland, regionale Wertschöpfung sowie Investitionen in Maschinen und eigene Fertigung. Das Unternehmen bezeichnet die Erweiterung als klares Bekenntnis zur „Wirtschaftsregion Erzgebirge“. Für die Nominierung dankt BÜSCH der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH und der WEIT Führung GmbH. Auch die Arbeit der Beschäftigten hebt das Unternehmen hervor.
Erzgebirge zeigt Stärke im sächsischen Mittelstand
Dass zwei der drei sächsischen Finalisten aus dem Erzgebirge kommen, rückt die Wirtschaft der Region bei dem bundesweiten Wettbewerb in den Fokus. Dabei stehen zwei Firmen mit unterschiedlichen Schwerpunkten gemeinsam auf der Finalistenliste: Metallrecycling in Aue-Bad Schlema und Armaturentechnik in Geyer. Beide Unternehmen investieren an ihren Standorten und halten wichtige Teile ihrer Produktion im Erzgebirge. Zugleich sichern sie Arbeitsplätze und industrielle Fachkenntnisse in der Region. Der „Große Preis des Mittelstandes“ bewertet dabei mehr als Geschäftszahlen. Zu den Kriterien gehören die Entwicklung eines Unternehmens, Arbeits- und Ausbildungsplätze, neue Ideen sowie das Engagement in der Region. Der doppelte Finalisten-Erfolg zeigt damit auch die wirtschaftliche Stärke des Erzgebirges.