Masterplan Region Chemnitz / Südwestsachsen

Masterplan Region Chemnitz/Südwestsachsen: Was er für das Erzgebirge bedeutet

Der Strukturwandel ist längst in der Region angekommen – in der Automobilzulieferindustrie, im Handwerk, in den Kommunen. Mit dem Masterplan Region Chemnitz/Südwestsachsen haben sich die Landkreise Zwickau, Mittelsachsen, der Erzgebirgskreis, der Vogtlandkreis sowie die Stadt Chemnitz gemeinsam mit der IHK Chemnitz zusammengeschlossen, um diesen Wandel aktiv zu gestalten, statt ihn nur zu verwalten. Was im Dezember 2025 mit einem Kick-off in Chemnitz begann, nimmt inzwischen sichtbar Fahrt auf – und gerade für den Erzgebirgskreis steckt darin einiges an Substanz.

Worum geht es?

Der Masterplan ist kein klassisches Förderprogramm, sondern ein offener Entwicklungs- und Beteiligungsprozess. Ziel ist es, bis Ende 2026 einen gemeinsamen Fahrplan zu erarbeiten, der die industrielle Wertschöpfung der Region sichert und neue Potenziale erschließt. Fünf Handlungsfelder stehen dabei im Mittelpunkt: Wirtschaft, Wissenschaft und Innovation, Infrastruktur und Mobilität, Bildung und Fachkräfte sowie die öffentliche Daseinsvorsorge. Begleitet wird der Prozess von der Sächsischen Staatsregierung; der Freistaat hat für die Konzeptphase bereits Mittel bereitgestellt und plant darüber hinaus eine Anschubfinanzierung von bis zu 100 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Infrastruktur.

Warum das für das Erzgebirge besonders zählt

Der Erzgebirgskreis ist von Anfang an einer der fünf tragenden Partner des Prozesses – nicht nur auf dem Papier, sondern mit eigener Stimme am Tisch: Landrat Rico Anton sitzt im 18-köpfigen erweiterten Regionalkonvent, der den gesamten Masterplan-Prozess begleitet und seit Januar 2026 monatlich zusammenkommt. Die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH ist mit der Geschäftsführerin Dr. Peggy Kreller seit April 2025 in den Prozess eingebunden und begleitet und steuert auf Arbeitsebene gemeinsam mit den anderen Wirtschaftsförderungen der Landkreise sowie der Stadt Chemnitz und der IHK intensiv den Prozess. Damit ist sichergestellt, dass die Anliegen des Erzgebirges nicht in einem zentrierten Plan untergehen.

Inhaltlich trifft der Masterplan den Erzgebirgskreis dort, wo es wehtut und wo zugleich die größten Chancen liegen: bei der Industrie im allgemeinen als auch der Zulieferindustrie im besonderen. Die Kompetenzen der Automobilzulieferer im Erzgebirge zählen ausdrücklich zu den Stärken, auf die die Region beim Strukturwandel setzt – gerade weil dieser Wirtschaftszweig durch E-Mobilität, Digitalisierung und internationalen Wettbewerbsdruck besonders unter Druck steht. Hinzu kommen Themen, die das Erzgebirge ohnehin seit Jahren beschäftigen: Fachkräftesicherung in einer demografisch alternden Region, der Erhalt wohnortnaher Infrastruktur in der Fläche und die Frage, wie sich Tradition mit neuen, zukunftsfähigen Wertschöpfungsfeldern verbinden lässt. Der Masterplan bietet hierfür erstmals einen Rahmen, der über Kreisgrenzen hinaus Gewicht hat und gezielt Fördermittel und Aufmerksamkeit auf die Region lenkt.

Was sich gerade tut

Der Beteiligungsprozess läuft auf Hochtouren. Im März fand in Chemnitz die erste Zukunftswerkstatt mit rund 190 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung statt, im Mai folgte die zweite in Mittweida mit Fokus auf konkrete Projektentwicklung. Seitdem finden Fachdialoge in Koordination der Wirtschaftsförderungen zu wesentlichen Themenfeldern wie Wirtschaft und Wissenschaft, Energie, Mobilität und Infrastruktur, Bildung und Fachkräfte, Künstliche Intelligenz, Verwaltungsdigitalisierung bis Tourismus statt. Ziel der Dialoge ist es, die relevanten Experten mit Ideen an einem Tisch zusammenzubringen, um Projekte über den eigenen Tellerrand hinaus abzustimmen und einzureichen.

Bis Ende August 2026 können Institutionen, Hochschulen, Unternehmen und Kommunen aus der Region Projektideen über einen Projektsteckbrief einreichen – gesucht werden Vorhaben mit überregionaler Strahlkraft und klarem Bezug zum Strukturwandel, von Technologie über Infrastruktur bis Bildung.

Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs „Industrie. Neu. Denken." wurden darüber hinaus unternehmerische Ansätze in sechs Themenfeldern, von Smart Production bis Kreislaufwirtschaft gesucht. Die zehn besten Ideenskizzen wurden bereits ausgewählt, Am 23. Juni 2026 entscheidet sich im Chemnitzer Kraftverkehr, wer sich Jury- und Publikumspreis mit einem Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro sichert.

Ausblick

Bis Ende 2026 sollen die gesammelten Ideen und Diskussionsergebnisse in einem gemeinsamen Fahrplan für die Region zusammenfließen. Wie viel davon am Ende wirklich im Erzgebirge ankommt, hängt auch davon ab, wie aktiv sich Unternehmen, Kommunen und Institutionen aus dem Landkreis jetzt einbringen. Um unabgestimmte Projektideen, die kleinteilig nur begrenzte räumliche Wirkungen entfalten zu vermeiden, nutzen Sie bitte Ihre Kontakte zur Wirtschaftsförderung für eine Abstimmung und Unterstützung.

Aktuelle Termine, den Projektsteckbrief und weitere Informationen finden Sie unter www.masterplan-region-chemnitz-suedwestsachsen.de.