Energieregion Erzgebirge | Nachhaltigkeit seit 1713

Ressourcen, Energie, Nachhaltigkeit. Begriffe, für die das Erzgebirge schon seit über 300 Jahren bekannt ist. Bereits 1713 prägte Hans Carl von Carlowitz, ein Oberberghauptmann aus Freiberg, den Begriff der „nachhaltenden Nutzung“ in seinem Werk Sylvicultura oeconomica.

Energie im Erzgebirge | Zukunftssicherheit, regionale Wertschöpfung und ökonomische Vernunft

Eine verlässliche, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung ist das Fundament für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und die Attraktivität des Erzgebirges als Investitionsstandort. Als Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH stellen wir Hinweise, Informationen, Veranstaltungen und Unterstützungsangebote zur regionalen Energieinfrastruktur, zu gesetzlichen Beteiligungsmodellen und zu den Potenantialen erneuerbarer Energien transparent zur Verfügung. Damit auch im Erzgebirge eine Energiewende für Unternehmen und für die Menschen vor Ort gelingen kann, sind vor allem Akzeptanz und Transparenz für dieses oft emotional-aufgeladene Thema unerlässlich.

Eine repräsentative Akzeptanzbefragung der Innofact AG im Auftrag des Sächsischen Wirtschaftsministeriums (SMWA) belegt eine stabile Mehrheit für die Energiewende: 56 % der sächsischen Bevölkerung stehen erneuerbaren Energien grundsätzlich positiv gegenüber. Bei Menschen mit Vorerfahrungen im eigenen Wohnumfeld steigt die Zustimmung sogar auf 62 %, während der Unterschied zwischen städtischen (59 %) und ländlichen Regionen (50 %) überraschend gering ausfällt. Für eine erfolgreiche lokale Umsetzung erweisen sich Transparenz und Teilhabe als maßgeblich: Jeweils 75 % der Befragten fordern eine frühzeitige Information sowie vergünstigte Stromtarife, und 73 % verlangen eine spürbare finanzielle Beteiligung ihrer Standortgemeinde. So entsteht ein verlässliches Fundament für eine gesellschaftlich getragene Energiewende im Freistaat und vor Ort im Erzgebirge.

Jetzt die ganze Befragug lesen:

Akzeptanzbefragung Energie in Sachsen


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Dr. Peggy Kreller

Geschäftsführerin

Der Status Quo | Zahlen, Daten und Fakten zur Energieregion Erzgebirge

Die Energiewende im Erzgebirge basiert auf messbaren Fortschritten in Erzeugung und Infrastruktur durch erhobene Daten (aus 2025) der envia-Gruppe als führender regionale Energiedienstleister in Ostdeutschland. In der EEG-Gesamtdarstellung bedeutet dies, dass das Erzgebirge mit 15.697 Anlagen 323 Megawatt Leistung erzielt. Die bedeutet einen Zuwachs von 8 % gegenüber dem Vorjahr. 

68 Anlagen
80 MW installierte Leistung
 

108 Anlagen
31,1 MW installierte Leistung

15.521 Anlagen (davon 5.208 Steckersolargeräte/Balkonkraftwerke)
211 MW installierte Leistung

Der Energie-Faktencheck | Eine objektive Einordnung zu häufigen Bedenken

Eine gelungene Energiewende erfordert sachliche, datenbasierte Fakten statt emotionaler Debatten. Um Kommunen, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern maximale Orientierung und Planungssicherheit zu geben, ordnen wir häufig geäußerte Bedenken rund um Versorgungssicherheit, Stromnetzstabilität, Natur, Umwelt und Landschaft, Wirtschaftlichkeit und kommunalen Nutzen zu den Themen Solar- und Windenergie objektiv und wissenschaftlich fundiert ein.

Der komplette Faktencheck kann hier heruntergeladen werden:

DOWNLOAD Energie-Faktencheck

Windenergie

„Windräder töten Vögel und Fledermäuse.“

Kollisionen mit Vögeln und Fledermäusen sind ein reales Risiko. Genau deshalb gibt es Prüfungen, Abstände und Schutzmaßnahmen für gefährdete Arten. Bei kollisionsgefährdeten Brutvögeln gelten bundesweite Regeln zur Risikobewertung, bei Fledermäusen können Abschaltungen das Risiko senken. Der Vorwurf trifft deshalb nicht den Kern: Windenergie wird nicht ohne Artenschutz gebaut, sondern muss sich an Artenschutzvorgaben messen lassen.

„Schattenwurf belastet Anwohner.“

Schattenwurf ist ein reales Thema, wird aber oft größer dargestellt, als er im Alltag auftritt. Ein dauerhaftes Flackern über den ganzen Tag ist nicht realistisch: Schatten entsteht nur bei direkter Sonne, laufender Anlage und passendem Sonnenstand. Für Schattenwurf gelten anerkannte Richtwerte; bei Überschreitung können automatische Abschaltungen vorgeschrieben werden.

Solarenergie

„Solarparks nehmen wertvolles Ackerland weg.“

Solarparks brauchen Fläche. Daraus folgt aber nicht, dass gute Ackerböden automatisch der Landwirtschaft verloren gehen. Freiflächen-Photovoltaik soll vorrangig auf weniger wertvollen oder vorbelasteten Flächen entstehen; außerdem gibt es Anlagenkonzepte, bei denen Landwirtschaft und Stromerzeugung kombiniert werden können. Der Einwand trifft also einen echten Zielkonflikt, aber nicht den Schluss: Solar oder Landwirtschaft.

„Solarparks versiegeln den Boden.“

Solarparks nehmen Fläche in Anspruch. Der Schluss, dass sie den Boden versiegeln, trifft jedoch meist nicht zu. Anders als Straßen, Parkplätze oder Gewerbegebiete werden Solarmodule in der Regel aufgeständert, sodass der Boden darunter weitgehend erhalten bleibt und Niederschläge versickern können. Der Einwand verwechselt damit Flächennutzung mit vollständiger Bodenversiegelung.

Versorgungssicherheit

„Erneuerbare Energien sind unzuverlässig und können die Stromversorgung nicht sichern.”

Wind- und Solarstrom schwanken, das stimmt. Daraus folgt aber nicht, dass nur Kohle, Gas oder Kernenergie Blackouts verhindern können. Versorgungssicherheit entsteht durch das Zusammenspiel von Erzeugung, Netzen, Speichern, steuerbaren Kapazitäten, Reserven und europäischem Stromverbund. Fossile Kraftwerke können in der Übergangszeit zur Absicherung beitragen, sind aber kein Beleg dafür, dass erneuerbare Energien die Stromversorgung grundsätzlich nicht tragen können.

„Nachts und im Winter liefern Solaranlagen keinen Strom.“

Nachts liefern Solaranlagen keinen Strom, im Winter weniger als im Sommer. Das ist bekannt und wird im Stromsystem eingeplant. Photovoltaik ist kein alleiniger Ersatz für alle anderen Energiequellen, sondern ein Baustein im Zusammenspiel mit Windenergie, Netzen, Speichern, flexiblem Verbrauch und steuerbaren Kapazitäten.

Natur, Umwelt und Landschaft

„Wind- und Solaranlagen zerstören Natur und Landschaft.“

Wind- und Solarprojekte verändern Landschaft. Aber Veränderung ist nicht automatisch Zerstörung. Gerade deshalb werden geeignete und ungeeignete Flächen unterschieden, sensible Bereiche ausgeschlossen und Eingriffe in Natur und Landschaft ausgeglichen. Sichtbare Einzelprojekte bedeuten nicht automatisch eine flächendeckende Industrielandschaft.

„Tourismus und Lebensqualität leiden.“

Landschaft und Erholung prägen die Lebensqualität im Erzgebirge. Deshalb müssen Wind- und Solarprojekte sensibel geplant werden. Erneuerbare Energien bedeuten aber nicht automatisch weniger Tourismus oder Lebensqualität: Nachhaltigkeit und Klimaschutz gehören zunehmend zu einer modernen Tourismus- und Standortentwicklung. Wichtig ist, sensible Erholungsräume zu schützen und Projekte räumlich gut zu steuern.

Wirtschaftlichkeit und kommunaler Nutzen

„Windkraft und Solar funktionieren nur dank Subventionen.“

Dass Windkraft und Solar gefördert wurden, heißt nicht, dass sie unwirtschaftlich sind. Neue Wind- und Solaranlagen erzeugen Strom heute zu vergleichsweise niedrigen Kosten. Der Vorwurf vermischt Förderung und Wirtschaftlichkeit. Daraus folgt aber nicht, dass die Technologien unwirtschaftlich sind: Neue Wind- und Solaranlagen gehören heute zu den vergleichsweise günstigen Formen der Stromerzeugung.

„Die Region hat die Nachteile, der Investor den Gewinn.“

Ganz so einseitig ist es nicht. Bei neuen Windenergie- und PV-Freiflächenanlagen fließt in Sachsen ein Teil der Einnahmen direkt an betroffene Gemeinden. Darüber hinaus können Pacht, Gewerbesteuer oder Aufträge für regionale Unternehmen im Erzgebirge bleiben. Ob ein Projekt vor Ort Nutzen bringt, hängt daher nicht allein davon ab, wo der Investor sitzt.


Der Branchentreff | ENERGIE-Konferenz Erzgebirge 2026

Unter dem Motto „Zukunft braucht Energie – Orientierung für Wirtschaft und Kommunen“ luden die IHK Chemnitz (Regionalkammer Erzgebirge) und die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft Erzgebirge-Chemnitz und der Sächsischen Energie-Agentur GmbH am 17. September 2026 in das Gründer- und Dienstleistungszentrum (GDZ) Annaberg-Buchholz ein.

Rund 100 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Kommunalpolitik und der Energiebranche nutzten die Konferenz, um sachlich über bezahlbare, verlässliche Energie und regionale Unabhängigkeit zu beraten. Ziel der Initiative ist es, die Wertschöpfung von der Erzeugung über die Speicherung bis zur Nutzung direkt in der Region zu halten und Unternehmen vor globalen Preisschwankungen zu schützen. Neben Impulsen zum weltweiten und regionalen Energiemarkt, unter anderem von der enviaM-Gruppe und den Stadtwerken Annaberg-Buchholz, präsentierten heimische Unternehmen (WÄTAS Wärmetauscher Sachsen, CAP PARTS AG, ANVO Production) und Bürgermeister konkrete Umsetzungen aus ihren Unternehmen und Kommunen.

Stimmen zur Energiewende im Erzgebirge | Perspektiven von Entscheidern und Machern

Die Transformation der erzgebirgischen Energieversorgung gelingt nur durch das gemeinsame Handeln von Wirtschaft, Handwerk und Kommunalpolitik. Führende Entscheider und Unternehmer aus dem Erzgebirge beziehen Stellung und verdeutlichen, warum verlässliche Rahmenbedingungen, regionale Wertschöpfung und technologische Innovationen der Schlüssel für eine zukunftssichere und wettbewerbsfähige Heimat sind. 

Max Jankowsky

Geschäftsführer Gießerei Lößnitz GmbH, Präsident IHK Chemnitz

Wir müssen regionale Lösungen finden. Das Erzgebirge ist damit großgeworden, ingenieurtechnische Lösungen zu entwickeln und Probleme gemeinsam zu packen.

René Hübner

Geschäftsführer CAP PARTS AG, Scheibenberg

Mit unserem Unternehmen CAP PARTS AG sind wir bereits gut im Bereich erneuerbare Energien aufgestellt. Wir nutzen eine Photovoltaik-Anlage auf unseren Gebäuden, die Teile unseres Energiebedarfs abdeckt. Außerdem haben wir ganz aktuell einen Förderantrag bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt, damit wir in eine Wärmepumpe investieren können. In den letzten 10 Jahren haben wir keinerlei Steigerung der Energiekosten gehabt durch unterschiedliche energetische Maßnahmen. Aus unternehmerischer Sicht gibt es für mich keinen Grund zurück zu fossilen Energieträgern zu wechseln.

Sebastian Nestler

Bürgermeister, Gemeinde Sehmatal

Um den Klimaschutz auf kommunaler Ebene erfolgreich umzusetzen, muss die Wertschöpfung direkt in unseren Gemeinden bleiben. Unsere Bürgerinnen, Bürger und ortsansässigen Unternehmen müssen vom günstig vor Ort erzeugten Strom profitieren. Nur wenn wir Mitgestaltung und regionale Beteiligung aktiv sichern, wird die Energiewende zu einem echten Gewinn für das Erzgebirge.